Fall Moshammer: "Wir werden alle Puzzleteile zusammenbringen" - DER SPIEGEL
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Fall Moshammer "Wir werden alle Puzzleteile zusammenbringen"

Der Fall Moshammer ist trotz des Geständnisses noch nicht vollständig aufgeklärt. Derzeit versucht die Polizei zu klären: Wann wurde der schillernde Modezar ermordet? Hatte der mutmaßliche Täter Kontakte in die Stricherszene? Und: Wer erbt?
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Hamburg/München - Vor der Ermittlungsrichterin hatte der mutmaßliche Mörder, der Iraker Herisch A., sein Geständnis wiederholt: Er habe Rudolph Moshammer im Streit um die Honorierung von Sexdiensten erdrosselt. "Wir zweifeln nicht an dem Geständnis", sagte Polizeisprecher Wolfgang Wenger heute. Allerdings seien noch Fragen offen: Der genaue Todeszeitpunkt von Moshammer stehe beispielsweise noch nicht endgültig fest. "Wir sind sehr zuversichtlich, alle Puzzleteile zusammen zu bringen", sagte Wenger.

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Rudolph Moshammer: Trauer um den Modezaren

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Unter anderem hatten Zeugen angegeben, in der Tatnacht gegen 2 Uhr einen jungen Mann an der Straßenbahnhaltestelle in der Nähe von Moshammers Haus gesehen zu haben. "Auf Grund der abgegebenen Beschreibung handelte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den Täter", sagte Wenger. Bislang waren die Beamten davon ausgegangen, dass der Täter den Tatort gegen 5 Uhr verlassen hatte.

Unklarheit besteht auch darüber, ob der mutmaßliche Täter zur Münchner Stricherszene gehört. Der Iraker bestreitet dies. Nach Angaben der Polizei ist aber "ein konkreter Hinweis auf ein Lokal eingegangen, in dem sich erfahrungsgemäß Stricher treffen und wo auch der Beschuldigte verkehrt sein soll". Insgesamt hätten die Ermittler mehr als 500 telefonische Hinweise erhalten.

Der geständige Herisch A. war am Samstagabend in seiner Münchner Wohnung festgenommen worden. Die Polizei war ihm durch eine DNS-Analyse auf die Spur gekommen. Inzwischen erging Haftbefehl. Der Mann gab an, Moshammer habe die vereinbarten 2000 Euro für Sex-Dienste nicht zahlen wollen. "Die Mordkommission würde nun interessieren, ob derart großzügige Angebote durch Herrn Moshammer üblich waren", sagte Polizeisprecher Wenger. Die Polizei sicherte entsprechenden Zeugen Vertraulichkeit zu.

Die Staatsanwaltschaft geht von "heimtückischem Mord aus Habgier" aus. Ein Gutachten soll nun die Zurechnungsfähigkeit des Irakers klären.

Ein Sprecher des Münchner Amtsgericht bestätigte unterdessen, dass zwei notariell beglaubigte Testamente hinterlegt seien. Das Gericht müsse aber noch abwarten, ob im direkten Nachlass von Moshammer weitere, vielleicht aktuellere Testamente auftauchen.

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Moshammers Leben in Bildern: Mode, Mama und Daisy

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Sollten sich in den Dokumenten keine Angaben über das auf mehrere Millionen Euro geschätzte Vermögen Moshammers finden, muss nach gesetzlichen Erben gesucht werden. Das könne eine "sehr langwierige Sache" werden, sagte der Präsident des Amtsgerichts München, Gerhard Zierl. Moshammer soll entfernte Verwandte gehabt haben, mit denen er keinen Kontakt gepflegt haben soll. Tiere können nicht erben, auch nicht Moshammers Yorkshire-Hündin Daisy. "Das Bürgerliche Recht sieht eine Erbfolge nur bei Menschen vor", sagte Zierl der Nachrichtenagentur dpa.