Fall Osthoff BND-Mann brachte Ermittler auf die heiße Spur
Frankfurt - Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, lernte Osthoff durch Kontakte zu den Mitarbeitern des Bundesnachrichtendienstes (BND) im Irak Mitglieder des Duleimi-Stammes kennen, der ihr für ihre Reise von Bagdad in den Norden des Landes Geleitschutz angeboten habe. Der Fahrer sei ihr von einem Scheich des Stammes, offenbar Dschamal al-Duleimi, empfohlen worden. Das Auto Osthoffs wurde dem Bericht zufolge nicht angehalten, sondern sei im Norden Bagdads in eine Seitenstraße gefahren, wo die Archäologin Ende November aus dem Wagen gerissen und verschleppt worden sei.
Vor ihrer Abfahrt aus Bagdad in den Norden brachte die deutsche Archäologin dem Bericht zufolge in Begleitung eines BND-Mitarbeiters das für ihr Ausgrabungsprojekt in Mossul ausgezahlte Geld noch zur Bank. Sie habe dem Mann dabei einen Zettel mit dem Namen des Fahrers und der Autonummer gegeben und sei verschwunden. Als das Video ihrer Entführung drei Tage später aufgetaucht sei, habe sich der BND-Mitarbeiter an das Papier erinnert - daraufhin habe die Suche nach Osthoff begonnen.
An den Vermittlungen, die zu ihrer Freilassung führten, war der Zeitung zufolge auch der Vorsitzende des deutsch-irakischen Clubs, Abdulhalim al-Hijjaj, beteiligt. Der Verein bestehe aus Akademikern, die zumeist in den siebziger und achtziger Jahren in Deutschland studiert oder promoviert hätten. Die Kontakte der Clubmitglieder zum Stamm der Duleimi habe sich als ausschlaggebend erwiesen.
Osthoff habe sich während ihrer gesamten dreiwöchigen Gefangenschaft in Bagdad befunden, nur wenige Kilometer von der deutschen Botschaft entfernt.
Die 43-Jährige war am Sonntag freigekommen.