Fall Ulrike Mutmaßlicher Mörder gefasst
Eberswalde - Der am Mittwoch festgenommene mutmaßliche Mörder der zwölfjährigen Ulrike aus Eberswalde hat ein mündliches Geständnis abgelegt. Ein schriftliches Vernehmungszeugnis liegt dagegen noch nicht vor. Zeitungsberichten zufolge handelt es sich um einen 25-Jährigen aus Fürstenwalde. Er soll als Autodieb vorbestraft sein. Als Sexualstraftäter soll der Mann aber bisher nicht aufgefallen sein.
Auf die Spur gekommen waren die Behörden dem Mann, weil er Fingerabdrücke auf dem Verbandskasten des Autos hinterließ, das das Mädchen angefahren hatte. Nach seiner Festnahme wurde nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft ein Speicheltest genommen. Das Ergebnis eines Genvergleichs mit einer Spur vom Leichenfundort soll spätestens am Freitag vorliegen.
Ergebnis der Rasterfahndung
Laut Polizeiangaben ging die Festnahme auf eine systematischen Rasterfahndung und nicht auf einen Bürgerhinweis zurück. Die Ermittler hätten nicht nur bekannte und mutmaßliche Sexualstraftäter zu einer Speichelprobe aufgefordert, sondern auch Spuren in die "Autoknacker"-Szene verfolgt. Der mutmaßliche Mörder Ulrikes hatte in Straußberg bei Berlin einen VW Polo gestohlen, den er bei der Tat benutzte.
Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) zeigte nach der Ergreifung des mutmaßlichen Täters ein "Gefühl der Dankbarkeit". Die Eltern der kleinen Ulrike könnten jetzt "Ruhe finden".
Die Schülerin aus Eberswalde war am 22. Februar verschleppt worden. Ihre Leiche wurde zwei Wochen später in einem Waldgebiet bei Werneuchen im Osten Brandenburgs entdeckt. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde das Kind sexuell missbraucht und dann erwürgt oder erdrosselt. Zum Fall kamen fast 4000 Hinweise aus der Bevölkerung. Für die Ergreifung des Täters waren zuletzt rund 190.000 Mark Belohnung ausgesetzt.