Fall Ulrike: Zeuge fordert Belohnung - DER SPIEGEL
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Fall Ulrike Zeuge fordert Belohnung

Sein Hinweis hatte die Polizei auf die Spur des Täters im Fall Ulrike gebracht. Jetzt verlangt der Zeuge einen Teil der 170.000 Mark Belohnung.
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Bernau - Der Angestellte einer Abschleppfirma hatte die Ermittler auf das ausgebrannte Wrack des Tatfahrzeuges aufmerksam gemacht, wie die Polizei am Freitag in Eberswalde mitteilte. Das Auto war von der Firma geborgen worden und sollte verschrottet werden. Jetzt verlangt der Zeuge einen Teil der etwa 170.000 Mark. Die Polizei selbst kann aber nur über die von ihr ausgelobten 3000 Mark bestimmen. Der Großteil des Geldes war von privaten Unternehmen geboten worden.

Polizeisprecher Toralf Reinhardt verwies darauf, dass die Behörde erst den Prozess gegen den Tatverdächtigen abwarte. "Wir werden erst nach der richterlichen Würdigung der Beweise über die Vergabe der Belohnung entscheiden", sagte er. Eine Klage dagegen sei nicht möglich. "Den Rechtsweg haben wir schon in der Auslobung ausgeschlossen", erklärte Reinhardt. Die privaten Geldgeber könnten selbst über die von ihnen genannten Summen verfügen. Einige Belohnungen waren jedoch nur für den Fall ausgesetzt worden, dass Ulrike lebend gefunden wird.

Die Polizei hatte erst einen Tag nach der Tat ermitteln können, dass die Schülerin mit einem weißen VW Polo entführt wurde. Ulrikes Mörder hatte den Wagen noch am Tag des Verbrechens auf einem Acker bei Bernau abgefackelt. Damals löschte die Feuerwehr das Auto, danach transportierte es eine Abschleppfirma auf ihren Hof. Eigentlich war das Wrack bereits zur Verschrottung freigegeben, als ein Mitarbeiter der Firma drei Tage nach der Tat darauf aufmerksam wurde und die Ermittler alarmierte. Dafür will der Mann jetzt belohnt werden.

Ulrike war am 22. Februar im brandenburgischen Eberswalde entführt und noch am selben Tag vergewaltigt und ermordet worden. Nach einer zweiwöchigen Suchaktion mit mehreren Polizeihundertschaften hatte ein Spaziergänger am 8. März im nahen Werneuchen ihre Leiche entdeckt. Am Mittwoch vergangener Woche hatten die Fahnder den 25-Jährigen Stefan Jahn aus Fürstenwalde als mutmaßlichen Täter ermittelt und festgenommen. Aus der Bevölkerung waren mehr als 4000 Hinweise eingegangen, aber ein Fingerabdruck nahe der Leiche hatte die Polizei auf seine Spur geführt.