Falsche Freunde - DER SPIEGEL
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STARS Falsche Freunde

• aus DER SPIEGEL 37/2004
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Reichen und Schönen leben in ihrer Glamour-Welt, fern dem Alltag von Durchschnittsbürgern. Dass Sängerin Britney aus Hollywood mit Schülerin Sandy aus Castrop-Rauxel über Jungs und Klamotten tuschelt, gilt als ausgeschlossen. Trotzdem halten viele Menschen Berühmtheiten für ihre Freunde. Schuld daran sind fehlgeleitete Reflexe des Gehirns, sagen Evolutionspsychologen. Das menschliche Denkorgan ist noch immer auf die Bedürfnisse der Urmenschen angelegt, die vor etwa einer Million Jahren in der afrikanischen Savanne lebten. Jedes bekannte Gesicht fiel damals in eine klare Kategorie: Freund oder Feind. Der moderne Mensch kann die Bilderflut der Medien nicht mehr richtig einordnen. Die Stars sehen gut aus, sind meistens recht nett und stellen keine direkte Bedrohung dar - also Freunde, denkt das Gehirn. Menschen, die viel fernsehen, sind deshalb nicht unbedingt vereinsamt oder unglücklich. Britische Forscher fanden in einer Umfrage heraus, dass Befragte mit einem prominenten »Freundeskreis« sogar zufriedener mit ihrem Sozialleben sind als Medienabstinente.

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