Familiendrama Mutter ließ behinderte Tochter verhungern
Aix-en-Provence - Das Mädchen mit dem Vornamen Marie war im November 2000 tot aufgefunden worden. Es war seit Geburt an körperlich und geistig behindert. Ein Berufungsgericht in Bouches-du-Rhône in Südfrankreich verurteilte die 44 Jahre alte Mutter am Freitagabend zu 15 Jahren Haft. Auch der 42 Jahre alte Stiefvater des verhungerten Mädchens wurde verantwortlich gemacht und erhielt eine Freiheitsstrafe von 10 Jahren.
Der Gerichtsprozess hatte ein Familiendrama offenbart: Maries Mutter war das Opfer einer Vergewaltigung durch ihren eigenen Vater - Folge war die Geburt der Tochter. Das Mädchen wurde fortan totgeschwiegen und verbrachte die meiste Zeit seines kurzen Lebens in Heimen, bevor seine Mutter es später wieder aufnahm - nach Einschätzung der Sozialbehörden auch deshalb, um staatliche Hilfen zu kassieren.
Trotz ihres eigenen Leids sei das Verhalten der Mutter ein Verbrechen, sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Sie habe ihre ungeliebte Tochter buchstäblich zu Grunde gehen lassen, um sich dieser Last zu entledigen und für andere Dinge frei zu sein.