»Fat Bear Week« in Alaska: Braunbär Backpack gewinnt Wettbewerb im Katmai-Nationalpark - DER SPIEGEL
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»Fat Bear Week« Niemand ist so fett wie Backpack

Backpack, Chunk, Dancing Queen: Im Internet sind wieder die Bären los. Auf dem Weg zur Winterruhe haben sich die Braunbären Alaskas reichlich Speck angefressen. Aber nur einer konnte gewinnen.
Ein Bär verspeist im Katmai-Nationalpark in Alaska einen Lachs
Ein Bär verspeist im Katmai-Nationalpark in Alaska einen Lachs

Ein Bär verspeist im Katmai-Nationalpark in Alaska einen Lachs

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Guy Runco / Katmai Conservancy / AP

Der Braunbär Backpack trägt seinen Rucksack vorn. Und das ist nur positiv gemeint. Aus Fatshaming wird bei der »Fat Bear Week« nämlich jedes Jahr Fatpraising. Es geht um die Braunbären Alaskas und ihre Vorbereitungen auf die Winterruhe. Seit Jahren schon küren Nutzerinnen und Nutzer unter mehreren Bärinnen und Bären eine Siegerin oder einen Sieger.

In diesem Jahr hat es also Backpack geschafft. Er ist der fetteste Bär Alaskas. Ein massiges Tier, hellbraunes Fell im Frühsommer, graubraunes Fell im Spätsommer. Laut den Veranstaltern der »Fat Bear Week«  ist Backpack für einen erwachsenen Bären bisher mit wenigen sichtbaren Wunden und Narben davongekommen. Denn Backpack, so heißt es, sei nicht wirklich aggressiv gegenüber möglichen Rivalen und zeige »eine stille Stärke«. Nur wenn nötig stehe er für sich ein. Backpack, so könnte man sagen, kann mit toxischer Bärigkeit nichts anfangen.

Das mag auch an seinem Stammbaum liegen, denn Backpack stammt gewissermaßen aus einer Bärendynastie. Seine Mutter Holly holte 2019 den Titel. Sie hatte Backpack erstmals 2006 zum Brooks River gebracht, dorthin also im Katmai-Nationalpark, wo es den besten Lachs gibt. Durch Livestreams können Fans den Bären beim Jagen oder Planschen zusehen. Ein Videoclip der Plattform explore.org zeigt Backpack mit einem frisch gefangenen Lachs im Maul. Dann reibt er seinen Rücken genüsslich an einem Baum, standesgemäß mit eingeblendeter Krone.

Der neue Champion setzte sich übrigens gegen Nummer 910 durch. Es gibt Bärinnen und Bären bei der »Fat Bear Week«, die noch unter der Nummer firmieren, mit der die Ranger sie im Nationalpark tracken. Erst Zuschauerinnen und Zuschauer der Livestreams geben den Tieren Spitznamen. Backpack etwa heißt eigentlich Nummer 89, aber weil er als Jungtier auf den Rücken seiner Mutter kletterte, benannten ihn Fans mit dem englischen Begriff für Rucksack.

Backpack im Frühsommer, Backpack im Spätsommer
Backpack im Frühsommer, Backpack im Spätsommer

Backpack im Frühsommer, Backpack im Spätsommer

explore.org / dpa / C. Loberg / explore.org / dpa

Die achtjährige Bärin 910 dürfte im kommenden Jahr auch einen eigenen Namen erhalten. Das liegt an ihrem Jagdverhalten; wenn sie Lachse schnappt, fällt sie mit einer besonderen Kopfbewegung auf, hebt flink die Schnauze in die Luft und wirft den Kopf nach hinten. Fans nennen sie Dancing Queen.

Vorjahressieger Chunk (auf Deutsch: Klotz) übrigens, der trotz gebrochenen Kiefers seine Fettpolster aufbaut, schied in diesem Jahr bereits in der ersten Runde aus. Das dürfte auch daran liegen, dass sich Chunk dieses Jahr ziemlich rar machte. Die Ranger wunderten sich darüber, dass der Titelverteidiger kaum am Brooks River auftauchte, aber ganz offensichtlich dennoch auf seine Proteine kam. Das lässt sich zumindest angesichts seines tief hängenden Bauchs erahnen.

Aber immerhin: Chunk übergibt die »Fat Bear Week«-Krone an seinen Jugendfreund. Als Jungbären sollen Backpack und er regelmäßig gerauft haben.

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Der kuriose Wettbewerb hat einen ernsten Hintergrund. Die Region, in welcher der Katmai-Nationalpark liegt, umfasst mit die größten Braunbär- und Lachsbestände der Welt. Der Nationalpark will mit der »Fat Bear Week« über das Ökosystem und den Lebensraum der Braunbären informieren – und auch über die Gefahren des Klimawandels. Wenn etwa Lachse durch veränderte Temperaturen in Flüssen ihre Laichgewohnheiten anpassen, könnten Bären nicht genug zu fressen bekommen, um den Winter zu überstehen.

Bis zu ein Drittel ihres Gewichts verlieren die Tiere während ihrer Winterruhe. Am Brooks River aber, das sieht man an den Bären, gab es in diesem Jahr wieder ausreichend Lachs.

hba

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