"FAZ"-Werbung ohne Vertrag: Boris Becker fordert eine Million - DER SPIEGEL
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"FAZ"-Werbung ohne Vertrag Boris Becker fordert eine Million

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte mit einem Konterfei des Ex-Tennisstars Boris Becker für ihre neue Sonntagszeitung geworben. Der will jetzt Geld dafür - viel Geld.
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München - Insgesamt fordert Becker eine Million Euro Entschädigung von der "FAZ". Beckers Anwalt Georg Stock nannte diese Summe am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht München (OLG) im Rechtsstreit des Sportlers gegen das Blatt. Aus Gerichtskreisen verlautete hingegen, dass eine Summe in Hhe von 20.000 bis 30.000 Euro realistischer sei.

Doch bis über die Frage einer Entschädigung konkret entschieden wird, sind noch eher formal-rechtliche Fragen zu klären. So geht es zunächst nur über Beckers Anspruch auf Auskunft darüber, wie häufig die Anzeige geschaltet wurde. Erst wenn Becker in dieser Frage Recht bekommt, wird im einem zweiten Verfahren über die Entschädigung entschieden.

Laut Stock hatte die "FAZ" in der Kampagne für ihr Sonntagsblatt im Herbst 2001 das Bild Beckers ohne dessen Einwilligung in Annoncen, auf Plakaten und in Fernsehspots millionenfach verbreitet. Das Landgericht München I hat den Verlag in erster Instanz zur Auskunft darüber verpflichtet, über die Berufung will der OLG-Senat am 27. Juni entscheiden.

Die Werbung zeigte eine Ausgabe des neuen Blattes mit der bebilderten Ankündigung einer Story über den Sportler unter Verweis auf Seite 17. Dabei handelte es sich um eine nie veröffentlichte so genannte "Null-Nummer". "Sie wollten mit meinem Mandanten Aufmerksamkeit erregen", sagte Stock. Die "FAZ"-Anwälte Robert Schweizer und Ulrich Schäfer-Newiger pochten dagegen auf die Pressefreiheit. Sie verwiesen auf einen Fall, in dem ein Bild von Marlene Dietrich in ähnlicher Weise zu Werbezwecken verwendet worden war. Der Bundesgerichtshof hatte damals seiner Ablehnung einer Entschädigung mit der Pressefreiheit begründet.