FBI-Panne: Weiteres McVeigh-Beweismaterial aufgetaucht - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

FBI-Panne Weiteres McVeigh-Beweismaterial aufgetaucht

Das FBI hatte sich wieder einmal bis auf die Knochen blamiert als vor rund zehn Tagen bekannt wurde, dass dem zuständigen Gericht nicht alles Beweismaterial im Fall Timothy McVeigh zugegangen war. Jetzt sind erneut hunderte Seiten aufgetaucht.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Washington - Die US-Bundespolizei FBI hat den Verteidigern des Oklahoma-Attentäters Timothy McVeigh das Beweismaterial übergeben. McVeighs Anwalt Nathan Chambers erklärte, er habe mehrere hundert Seiten am Mittwoch, rund 500 am vergangenen Freitag und 100 bis 200 Seiten am Dienstag vor einer Woche erhalten. Bereits vor zwei Wochen leitete das FBI 3135 Seiten neu aufgetauchte Dokumente an die Anwälte weiter.

Die Bundespolizei war in den USA in die Kritik geraten, nachdem bekannt geworden war, dass das FBI den Anwälten vor dem Prozess nicht das gesamte Beweismaterial zur Verfügung gestellt hatte. Das FBI erklärte, die Unterlagen seien versehentlich zurückgehalten worden. Die für den 16. Mai geplante Hinrichtung McVeighs wurde daraufhin auf den 11. Juni verschoben. FBI-Direktor Louis Freeh ordnete am 11. Mai eine abschließende Suche nach möglichen weiteren bislang unbekannten Unterlagen an. Er erklärte später vor Abgeordneten, es seien weitere Dokumente entdeckt worden. Um wie viele Seiten es sich handelte, wollten FBI-Beamte nicht sagen. Anwalt Chambers erklärte, die Verteidigung prüfe nun ihre Optionen.