Fehlurteil DNS-Test beweist Unschuld von Todeskandidaten
Philadelphia - Yarris Anwältin Christina Swarns erklärte, die Untersuchung durch ein privates Labor habe ergeben, dass der genetische Fingerabdruck ihres Mandanten nicht mit dem übereinstimmt, der im Prozess auf vorgelegten Beweisstücken gefunden wurde.Yarris soll 1981 die 33 Jahre alte Linda Craig vergewaltigt und ermordet haben. Craig war kurz vor Weihnachten an einem Einkaufzentrum entführt worden. Später fand die Polizei ihre Leiche auf dem Parkplatz einer Kirche. Die Frau war brutal erstochen worden.
Yarris beteuerte stets seine Unschuld. Seinem Fall wurde auch in der amerikanischen Öffentlichkeit Aufmerksamkeit geschenkt, nachdem ihm eine spektakuläre Flucht aus dem Gefängnis im US-Staat Pennsylvania gelungen war. Die Polizei verfolgte den mutmaßlichen Mörder mit Helikoptern und Hunden bis nach Florida. Dort schnappten ihn die Beamten rund einen Monat nach dem Ausbruch. Wieder im Gefängnis heiratete der Todeskandidat seine Brieffreundin Jacque. Persönlich trafen sich beide zum ersten Mal am Tag ihrer Hochzeit.
Yarris war nach Aussage seiner Anwältin auf der Basis unzuverlässiger gerichtsmedizinischer Indizien und einer Zeugenaussage schuldig gesprochen worden. Immer wieder habe er sich vergeblich um die Wiederaufnahme seines Verfahrens mit erneuter Beweisprüfung bemüht. Erst in diesem Jahr wurde eine erneute Untersuchung möglich. Bei dem DNS-Test seien die Handschuhe, Unterwäsche sowie die Haut unter den Fingernägeln des Opfers nochmals genau unter die Lupe genommen worden.
Die Ergebnisse könnten Yarris nun vor der Hinrichtung durch die Giftspritze retten. Es wäre das erste Mal, dass in der Geschichte des Bundesstaates Pennsylvania ein Todesurteil aufgehoben wird. In Pennsylvania sitzen derzeit 239 Verurteilte in den Todestrakten. Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe in dem US-Staat im Jahr 1976 wurden drei Menschen hingerichtet.