Festakt in Rom: Papst spricht Mutter Teresa selig - DER SPIEGEL
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Festakt in Rom Papst spricht Mutter Teresa selig

Vor rund 300.000 Gläubigen aus aller Welt hat Johannes Paul II. die indische Ordensgründerin Mutter Teresa selig gesprochen. Spekulationen über einen vorzeitigen Amtsverzicht erteilte der schwerkranke Papst erneut eine Absage.
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Rom - Tief gebeugt und mit zitternder Stimme brachte Johannes Paul II. die Zeremonie für den "Engel der Armen" hinter sich. Er selbst hatte sich unmittelbar nach dem Tod von Mutter Teresa 1997 für die Seligsprechung eingesetzt, so dass diese nun nur sechs Jahre später möglich wurde.

In Mutter Teresa sei erkennbar geworden, wie wichtig es sei zu dienen, sagte der Papst: "Besonders den Ärmsten und denen, die am meisten vergessen sind." Für die Veranstaltung auf dem Petersplatz wurden in den vorderen Reihen Plätze für 2.000 Menschen reserviert, die von den Missionarinnen der Nächstenliebe betreut werden. Dieser 1949 von Teresa in der indischen Stadt Kalkutta gegründete Orden kümmert sich in mittlerweile 123 Ländern um Waisen, Mittellose, Sterbende und Kranke.

In Kalkutta versammelten sich hunderte Anhänger der Ordensfrau zu einem Gottesdienst. Die Seligsprechung wurde im indischen Fernsehen übertragen, im ganzen Land fanden Versammlungen, Gebete und Feste statt. Der Vorsitzende der indischen Bischofskonferenz, Telesphore Toppo, äußerte die Hoffnung, die Seligsprechung der Friedensnobelpreisträgerin des Jahres 1979 werde zur Versöhnung der Religionen beitragen.

Der Papst hat bei den Selig- und Heiligsprechungen mittlerweile alle Rekorde gebrochen. Allein bis Mai 2001 hat er 1.235 Menschen selig und 477 heilig gesprochen. Das sind mehr als in den 400 Jahren davor.

In Rom bereiteten sich die Kardinäle für das Konsistorium am kommenden Mittwoch vor. Während der Versammlung der Purpurträger beruft Johannes Paul 30 neue Kardinäle. Zu deren wichtigsten Aufgaben gehört die Wahl eines neuen Kirchenoberhaupts nach dem Tod eines Papstes.

Der an der Parkinson'schen Krankheit leidende Johannes Paul erteilte Spekulationen über einen möglichen Amtsverzicht abermals eine indirekte Absage. Er forderte seine Kardinäle auf, für ihn zu beten, damit er seine Mission "so lange es der Herr wünscht" erfüllen könne. Der Leiter der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, hatte dem Papst zuvor die einstimmige und vollständige Loyalität der Kardinäle versichert.