Festnahme Ministerium dementiert Schmökels Version
Berlin - "Aus meiner Sicht liegen derzeit überhaupt keine Anhaltspunkte dafür vor, wonach die Darstellung der beteiligten Polizeibeamten in Zweifel zu ziehen wäre", sagte Innenminister Klaus Hardraht (CDU) in Dresden. Die Darstellungen widersprechen sich in der Frage, ob Schmökel bewaffnet war und die Beamten aus Notwehr auf ihn geschossen haben.
Anwalt Karsten Beckmann hatte am Sonntag nach einem Gespräch mit Schmökel gesagt, sein Mandant sei mit erhobenen Händen aus einer Laube gekommen und habe kein Messer in den Händen gehabt. Er habe auch seinen Namen genannt. Daraufhin habe einer der Beamten unvermittelt geschossen.
Der Sprecher des Brandenburger Innenministeriums, Heiko Homburg, sprach von einer schäbigen Diskussion. "Rechtschaffende Polizisten haben unter Einsatz ihres Lebens einen Täter festgenommen, der Kinder missbrauchte und einen Menschen auf der Flucht totschlug." Schmökels Anwalt Beckmann sagte am Montag, er habe nur die Darstellung seines Mandanten wiedergegeben.
Der leitende Oberstaatsanwalt Hartmut Schindler in Bautzen sagte, er lasse die Umstände der Festnahme noch untersuchen. Es müssten die Ermittlungen des Landeskriminalamts abgewartet werden. "Ich habe keinen Grund, meine Strategie zu ändern", sagte er. "Durch Schmökels Aussagen werden die Polizisten nicht automatisch zu Beschuldigten."
Schmökel war am vergangenen Dienstag nach 13 Tagen Flucht in der Nähe von Bautzen festgenommen worden. Er sei mit einem Messer auf die Polizisten zugegangen und habe sie bedroht. Daraufhin habe einer der Polizisten ihn mit einem Bauchdurchschuss niedergestreckt. Danach wurde er in das nordrhein-westfälische Justizkrankenhaus Fröndenberg geflogen und soll in etwa zwei Wochen nach Brandenburg zurückkommen.