Feuer-Inferno von Enschede: Fabrikbesitzer festgenommen - DER SPIEGEL
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Feuer-Inferno von Enschede Fabrikbesitzer festgenommen

Bei der Suche nach den beiden Besitzern der explodierten Feuerwerksfabrik von Enschede gibt es einen ersten Erfolg: Willem Pater, einer der Direktoren, wurde festgenommen. Unterdessen ist die Zahl der geborgenen Toten auf 17 korrigiert worden.
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Almelo/Enschede - Der 49-jährige Pater habe sich auf einem Revier in der Provinz Twente der Polizei gestellt. Sein Kompagnon Ruud Bakker, 37, wird dagegen immer noch im In- und Ausland mit Haftbefehl gesucht. Beide stehen im Verdacht, auf dem Firmengelände gefährliche Feuerwerkskörper produziert und Material illegal gelagert zu haben. Durch die Detonationen waren am Samstag vergangener Woche mindestens 17 Menschen getötet worden.

Bakker und Pater waren nach Bildern bei der Explosion zusammen mit drei Begleitern nahe der Unglücksfabrik. Dabei soll Bakker an den Armen und im Gesicht verletzt worden sein. Er wurde offenbar in ein nordrhein-westfälisches Krankenhaus eingeliefert. Das St. Antonius-Hospital in Gronau bestätigte, ein Mann mit dem Namen Ruud Bakker sei nach dem Unglück in der Klinik versorgt und "Anfang der Woche" entlassen worden.

Für die Opfer der Katastrophe fand ein Gedenkmarsch in Enschede statt, an dem 30.000 Menschen teilnahmen. Auch Kronprinz Willem-Alexander und Ministerpräsident Wilhelm Kok marschierten mit.

Die Sucharbeiten in dem durch die Explosion verwüsteten Wohngebiet von Enschede sollen am Wochenende abgeschlossen werden. Dann wird das anschließende Industriegelände mit der Unglücksfabrik durchsucht, teilte das Lagezentrum mit.

Im niedersächsischen Melle (bei Osnabrück) wurde das zweite illegale Feuerwerkslager innerhalb weniger Tage entdeckt. Polizeibeamte durchsuchten die Lagerhalle eines Händlers von Sonder- und Restposten. Dabei fanden sie nach eigenen Angaben 92 Paletten mit pyrotechnischen Materialien und Feuerwerkskörpern. Der Abtransport der etwa fünf bis sechs Tonnen explosiven Materials sei sofort in die Wege geleitet worden, sagte ein Polizeisprecher. Eine Genehmigung habe es nach ersten Erkenntnissen nur für eine Tonne der Knallkörper gegeben. Erst am Mittwoch war in Bad Bentheim an der niederländischen Grenze ein illegales Lager mit Feuerwerkskörpern entdeckt worden.