"Fiasko": Massenausbruch aus Haftanstalt im Kosovo - DER SPIEGEL
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"Fiasko" Massenausbruch aus Haftanstalt im Kosovo

Dreizehn Männer, gegen die Verfahren wegen Völkermordes und Kriegsverbrechen laufen, sind aus dem UN-kontrollierten Gefängnis in Mitrovica geflohen.
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Pristina - Die dreizehn Serben hätten am Samstagabend mehrere UN-Polizisten überwältigt und seien entkommen, teilte die UN-Mission in der Kosovo-Hauptstadt Pristina mit. Zwei weitere Häftlinge konnten gefasst werden.

"Ich kann das als ein großes Fiasko und eine fürchterliche Tragödie bewerten", sagte UNMIK-Sprecherin Susan Manuel am Sonntag in Pristina. "Wir müssen diese Leuten finden." Am Sonntag lief in der autonomen jugoslawischen Provinz Kosovo eine groß angelegte Suche nach den Ausbrechern, an der sich auch Einheiten der Friedenstruppe KFOR beteiligten.

Auf dem Rückweg vom Telefon der Haftanstalt habe ein Serbe zunächst einen UN-Polizisten aus Nepal überwältigt. Seine dann von ihm befreiten Mithäftlinge fesselten noch drei weitere UN-Polizisten. Aus dem Gewahrsam der UN-Polizei und der KFOR in Mitrovica sind in den vergangenen Monaten schon mehrfach Verdächtige entkommen, darunter auch wegen Kriegsverbrechen angeklagte Serben.

Im Gefängnis der Stadt Mitrovica, deren Südhälfte von Albanern und deren Nordhälfte überwiegend von Serben bewohnt wird, sitzen vor allem Verdächtige oder Angeklagte, die wegen der regelmäßigen politisch und ethnisch motivierten Gewalt oder Verbrechen während des bewaffneten Konflikts im vergangenen Jahr in Haft sind.

"Vier der Geflüchteten waren wegen Kriegsverbrechen, drei wegen Völkermordes und vier wegen Massenmordes angeklagt", sagte ein UN-Sprecher in Pristina. Der UN-Verwalter der immer wieder von Unruhen zwischen den Bevölkerungsgruppen heimgesuchten Stadt, der US-Amerikaner William Nash, sagte am Sonntag: "Es ist schwer, den Grad der Sorge auszudrücken, den mir dieser Zwischenfall bereitet."