First Lady mit Modebewusstsein: Lauras neue Kleider - DER SPIEGEL
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First Lady mit Modebewusstsein Lauras neue Kleider

Laura Bush hat ihre Garderobe für die Amtseinführung ihres Mannes bekannt gegeben. Galt die First Lady früher noch als graue Maus, so liegt ihre neue Kollektion voll im Trend und zeigt nach Meinung von amerikanischen Mode-Experten vor allem eins: Nie war sie so mächtig wie heute.
Von Volker ter Haseborg
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Washington - Es gibt ein Sprichwort in der US-Hauptstadt, nach dem man um so patriotischer ist, je auffälliger man die amerikanischen Farben rot, weiß und blau am Körper trägt. Wenn es danach ginge, müsste Laura Bush am Donnerstag kommender Woche komplett in blau-weiß-rot der Amtseinführung ihres Gatten beiwohnen. Dennoch wird die First Lady in diesem Jahr mit der Tradition brechen.

Zum Glück, denn bei der ersten Amtseinführung ihres Gatten vor vier Jahren trug Laura Bush ein knallrotes Kleid, entworfen von ihrem damaligen texanischen Lieblings-Designer Michael Faircloth. Hohn und Spott hagelten daraufhin auf sie ein. Ihr Lieblings-Schneider, hieß es, habe eindrucksvoll bewiesen, dass er zurecht die Cheerleader der Dallas Cowboys ausstatte.

Wenn ihr Mann George W. Bush am 20. Januar zum zweiten Mal feierlich in sein Amt eingeführt wird, dann wird neben ihm eine Frau stehen, die ihren Stil geändert hat und deshalb nach Meinung von Mode-Experten zeigt, dass sie noch nie so mächtig war wie heute.

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Laura Bush: Die Mode der First Lady

Foto: AP

Die Inauguration bedeutet für die Präsidentenfamilie Kleidungs-Stress. Die Parade durch die Innenstadt von Washington, die Eröffnungszeremonie, der Einzug ins Weiße Haus, danach verschiedene Bälle. Die First Lady benötigt für alle Veranstaltungen das passende Outfit. Mit Oscar de la Renta, Carolina Herrera und Peggy Jennings engagierte die First Lady sich Top-Designer von der Seventh Avenue, der New Yorker Modestraße. Das Ergebnis ist eine Kollektion, die eigens für die Präsidenten-Frau entworfen wurde.

Zum Ball anlässlich der Amtseinführung wird Laura Bush ein Abendkleid aus silber-blauem Tüll mit V-Ausschnitt, versehen mit Perlen und Kristallen, entworfen von Oscar de la Renta, tragen. Darüber einen eis-blauen Satin-Mantel. Wenn George Bush auf dem Capitol Hill seinen Amtseid schwört, wird seine Frau in einen schneeweißen Kaschmir-Mantel, verziert mit aufwändigen Stickereien, daneben stehen. Auch für den Tag vor der Amtseinführung ist die First Lady ausgestattet: Zur Eröffnung der Feierlichkeiten rund um die Inauguration will Laura Bush ein Kleid von Peggy Jennings tragen, das in leichtem Grün gehalten ist. Das gute Stück hat eine elfenbeinfarbene Borte aus grobgerippter Seide. Darüber trägt Frau Bush einen schicken Kurzmantel mit V-Ausschnitt, der mit Edelsteinen versehen ist. Für ein Candlelight-Dinner am Abend hat Bush ein rosa-farbenes Abendkleid aus Seide gewählt, ebenfalls entworfen von Jennings. Und für einen anderen am gleichen Abend stattfindenden Ball ein seidenes Ballkleid mit Streifenmuster von Carolina Herrera, in rötlichen Farbtönen gehalten.

Besonders pikant: Oscar de la Renta galt immer als Modeschöpfer von Hillary Clinton. "Ich hätte nicht gedacht, dass Frau Bush meine Kleider tragen würde", sagt der Erfinder des Ballkleids von Laura Bush. Weit gefehlt, die Präsidenten-Frau verzieh dem Modekünstler seine Verfehlungen. Nicht nur, dass sie bei der Inauguration in seinem Ballkleid tanzen wird. Für die Januar-Ausgabe der "Vogue" ließ sich Bush in einem dunkelblauen Kleid von de la Renta ablichten.

In der ersten Amtsperiode ihres Mannes schien Laura Bush noch eine Aversion gegen Mode zu haben. Sie trug langweilige Hosenanzüge, weit geschnittene Kleider, konservative Farbkombinationen. Doch Designerin Peggy Jennings überzeugte Bush, körperbetonte Kleidung zu tragen und verschiedene Kombinationen auszuprobieren. Um die perfekte Figur für ihr neues Outfit zu bekommen, hungerte sich die First Lady noch ein paar Kilos vom Leibe, verriet Oscar de la Renta.

Der Mode-Wandel ihrer Präsidenten-Gattin sorgte für Begeisterung bei den Landsleuten. Der weiße Mantel werde bei der Inauguration wie ein Kristall glitzern, jubelte die "Washington Post". Sogar Mode-Historiker haben Laura Bush schon eingehend analysiert. "Sie hat sich gewandelt und immer mehr eine fast königliche Rolle eingenommen", sagte Catherine Allgor, Historikerin und Kennerin des Kleidungsstils aller Präsidenten-Gattinnen der "New York Times". Und Hamish Bowles, Redakteurin der Modezeitschrift "Vogue", urteilte über Bushs Outfit: "Sie ist jetzt weniger provinziell, mehr urban, aber immer noch auf der sicheren Seite."

Die Garderobe der First Lady wurde denn auch wie eine Staats-Affäre behandelt. Nachdem die Designer Anfang der Woche bekannt gegeben wurden, konnte sich die Pressestelle des Weißen Hauses vor Anfragen kaum retten. Nein, musste ein Pressesprecher mitteilen, einen Inaugurations-Hut werde die First Lady nicht tragen. Und: Ja, selbstverständlich zahle Laura Bush die Kollektion selbst.

Was die Kleider-Wahl des alten und künftigen Präsidenten angeht, hielt sich das Weiße Haus bedeckt. Immerhin teilte die Pressestelle mit, dass George Bush sich nicht extra für seine Amtseinführung mit neuen Kleidungsstücken eingedeckt hat. Eine Marotte will der US-Präsident jedoch auch bei dieser Amtseinführung fortsetzen. Wie bei seinen Amtseinführungen als Gouverneur von Texas und bei seiner ersten Inauguration will er nach Angaben seines Pressesprechers goldene Manschettenknöpfe der Navy tragen, die ihm sein Vater vererbt hat.

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