Flammen-Inferno: 18 Rucksackreisende in Australien gestorben - DER SPIEGEL
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Flammen-Inferno 18 Rucksackreisende in Australien gestorben

Bei der schlimmsten Feuerkatastrophe seit langem in Australien sind 18 junge Touristen ums Leben gekommen. Der Brand war in der Nacht in einem Hotel für Rucksackreisende ausgebrochen und hatte sich in Windeseile ausgebreitet.
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Brisbane - Die Katastrophe ereignete sich in dem kleinen Ort Childers, 250 Kilometer nördlich von Brisbane an der Ostküste Australiens. 87 Gäste schliefen im Palace Backpackers Hostel, als das Feuer ausbrach. Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben der Polizei um zehn Briten, drei Australier, zwei Niederländer und je einen Spanier, Koreaner und Japaner.

Stunden nach dem Brand schwirrten Gerüchte durch den 1500-Einwohner-Ort, ein Rucksackreisender habe vor einigen Tagen gedroht, das einhundert Jahre alte Gebäude in Brand zu stecken, nachdem er wegen schlechten Benehmens hinausgeworfen worden war. Die Behörden weigerten sich, die Gerüchte zu kommentieren.

Dutzende von jungen Leuten saßen noch stundenlang in Schlafanzügen in Decken gehüllt vor den rauchenden Trümmern ihrer Unterkunft. "Ich habe im Parterre geschlafen, als ich plötzlich einen lauten Schlag hörte. Dann schrie jemand Feuer!", erzählte die 26-jährige Niederländerin Bianca Post. Sie schaffte es, dem Flammenmeer zu entkommen. Eine weitere Niederländern, die sie als Joli kannte, war nicht so glücklich, sie gehört zu den Opfern.

Das ganze Haus habe sich blitzschnell mit Rauch gefüllt, berichteten die Überlebenden. Einige mussten Türen einschlagen, der Weg nach draußen war mancherorts durch Eisengitter vor den Fenstern versperrt. Die meisten flohen auf die Dächer der umliegender Häuser und wurden von dort von der Feuerwehr gerettet, die vier Stunden brauchte, um den Brand zu löschen.

Laut Polizei brach das Feuer kurz nach Mitternacht am Freitag aus. In dem Hotel wohnten hauptsächlich ausländische Rucksackreisende, die meisten von ihnen in großen Schlafsälen. Viele hielten sich in Childers auf, um mit Erntearbeiten ihre Reisekasse aufzubessern. Derzeit ist gerade Zucchini-Saison. Außerdem ist es von dort aus nicht weit bis zur Hervey Bay, einem der besten Orte in Australien, um Wale zu beobachten.

Überlebende berichteten, es sei kein Feueralarm gegeben worden, keiner der Geretteten hatte Rauchmelder gehört. Das bestritt die Feuerwehr allerdings. Nach Berichten im australischen Fernsehen war für vergangene Woche eine Inspektion der Feuerwehr vorgesehen. Diese war wegen Terminschwierigkeiten verschoben worden.

Der australische Premierminister John Howard hat den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl ausgesprochen. "Es ist eine furchtbare Tragödie", sagte Howard. Außenminister Alexander Downer besuchte am Abend die Unglücksstätte und sprach mit Überlebenden. Die Behörden versprachen, schnell zu helfen. Im Ort wurden Kleider gesammelt. Bei dem bisher schlimmsten vergleichbaren Feuer waren 1989 in Sydney sechs ausländische Touristen in einer Unterkunft in Sydney ums Leben gekommen. Der später aufgespürte Brandstifter wurde zu 18 Jahren Haft verurteilt.

Alexander Hofmann