Flammeninferno: Sydney vom Feuer eingeschlossen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Flammeninferno Sydney vom Feuer eingeschlossen

Die Buschfeuer an der Ostküste Australiens haben sich weiter ausgebreitet. Allein um Sydney herum wüteten rund 75 Brände. 2500 Menschen mussten aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Ein Angler lässt sich im Hafen von Sydney nicht von drohenden Rauchwolken beirren

Ein Angler lässt sich im Hafen von Sydney nicht von drohenden Rauchwolken beirren

Foto: DPA
60 Kilometer südlich von Sydney: Feuerwehrmann im Einsatz

60 Kilometer südlich von Sydney: Feuerwehrmann im Einsatz

Foto: AP
Ein Hubschrauber kontrolliert das Gelände der "Blue Mountains"

Ein Hubschrauber kontrolliert das Gelände der "Blue Mountains"

Foto: DPA



Klicken Sie auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen.



Sydney - Hunderte Feuerwehrleute aus benachbarten Regionen unterstützten ihre 5000 Kollegen in der Region um Sydney. Wind mit Geschwindigkeiten bis zu 60 Kilometern pro Stunde und der heiße Sommer mit Temperaturen um 30 Grad erschwerten die Arbeit der Einsatzkräfte.

Zur Bekämpfung der Brände setzten die Behörden 46 Flugzeuge und Hubschrauber ein. Einige der Feuer wurden nach Angaben von Feuerwehrchef Phil Koperberg von Blitzschlag verursacht, viele aber auch durch Brandstiftung. Die Brände haben bislang nicht das Ausmaß wie 1994, als vier Menschen getötet wurden. In diesem Jahr breiten sich die Flammen allerdings sehr viel schneller aus. "Wir haben so etwas noch nie gesehen", sagte Koperberg. In der Region wurde der Notstand ausgerufen.

Mindestens 2500 Menschen mussten aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht werden. Im Raum Sydney wurden etwa 90 Gebäude ein Raub der Flammen, über der von Bränden umgebenen Stadt lag eine braune Rauchglocke. Die Einsatzkräfte konzentrierten sich inzwischen darauf, Häuser und Menschenleben zu retten und nicht mehr, die Feuer einzudämmen. Im Raum Helensburgh südlich von Sydney entwickelte sich eine 60 Kilometer breite Feuerwand. Mehrere Fernstraßen und Eisenbahnverbindungen waren unterbrochen, Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten. Auch einige Nationalparks mussten geschlossen werden.

Am Mittwoch gingen die Temperaturen etwas zurück, sie hatten am Dienstag noch bei 35 Grad gelegen. Auch der Wind schwächte sich von 90 auf 60 Kilometer pro Stunde ab. Die Temperaturen sollen allerdings zum Ende der Woche wieder steigen. Feuerwehrchef Koperberg rechnete damit, dass der Kampf gegen die Flammen noch bis zu zehn Tage andauern könnte.

In der Umgebung von Canberra entspannte sich die Lage am Dienstag. Hier wurden die Buschfeuer, die am Montag bis auf wenige Kilometer an das australische Parlament herangerückt waren, ebenfalls aus der Luft bekämpft. Die Behörden erklärten, Botschaften und Regierungsgebäude in der Gegend seien nicht mehr gefährdet, weil der Wind nachgelassen habe.

Die Brände brachen am Donnerstag im Westen des Staates New South Wales aus und haben seitdem mehrere tausend Hektar Land verwüstet. Tausende Schafe und Rinder wurden getötet. Ein Feuerwehrmann wurde verletzt, weil ein brennendes Dach über ihm zusammenbrach.