Flammenwand: Feuerwehr in Arizona kapituliert - DER SPIEGEL
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Flammenwand Feuerwehr in Arizona kapituliert

Eine gewaltige Feuerwalze hat beim jüngsten Waldbrand im US-Bundesstaat Arizona die Feuerwehr in die Flucht geschlagen. "Das ist ein Monster", beschrieb einer von ihnen den Brand. Die Flammen schlagen bis zu 150 Meter hoch.
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Phoenix/Denver - Mehrere Dutzend Feuerwehrleute mussten am Donnerstag in der Ortschaft Pinedale um ihr Leben rennen. Sie schafften den Rückzug nur wenige Minuten, bevor ihre einzige Fluchtroute von den Flammen eingeschlossen wurde, berichtete die Zeitung "Arizona Republic". Die 4000 Einwohner waren zuvor geflohen. Starke Winde mit mehr als 40 Kilometern in der Stunde und sengende Hitze machten der Feuerwehr am Freitag wenig Hoffnung, den Flammen Einhalt gebieten zu können. 35.000 Hektar, knapp die Fläche Bremens, stehen bereits in Flammen.

"Die Bedingungen sind extrem, wir mussten die Mannschaften abziehen", sagte Einsatzleiter Larry Humphrey. "Wir sind auf die Gnade von Mutter Natur angewiesen, wir können nichts mehr tun." Der Sprecher der Waldbehörde, Dorman McGann, sagte: "Wir wissen nicht, was in Pinedale los ist, aber die Flammen sind durch den Ortskern gegangen."

Die Behörden argwöhnen, dass Brandstiftung als Ursache des Feuers im Spiel war. Das nationale Feuerzentrum in Boise (Idaho) berichtete von mehr als 150 Meter hohen Flammensäulen. Nach Pinedale gut 200 Kilometer nordöstlich von Phoenix sei auch der Ort Show Low mit 7700 Einwohnern geräumt worden. Die Flammen fressen sich mit einer Geschwindigkeit von rund fünf Kilometern in der Stunde Richtung Norden und Osten vor.

In Denver erschien unterdessen die Försterin vor Gericht, die den riesigen Waldbrand im Bundesstaat Colorado ausgelöst haben soll. Terry Barton bekannte sich bei der Anklageverlesung am Donnerstag "nicht schuldig". Der Mutter von zwei Kindern wird Brandstiftung, Schädigung von Bundeseigentum und Gefährdung von Menschenleben vorgeworfen. Ihr drohen bis zu 65 Jahren Haft. Die Behörden glauben der Försterin nicht, dass sie das Feuer aus Versehen startete, als sie einen Brief verbrannte. Der Brand sei absichtlich gelegt worden, meinen sie.

Aus den Flammen hat sich ein Waldbrand mit inzwischen mehr als 55.000 Hektar Ausmaß entwickelt. Dank hoher Luftfeuchtigkeit gelang es der Feuerwehr, ein weiteres Vorrücken der Flammen zunächst zu verhindern. Insgesamt brannten 95 Gebäude nieder, meist Schuppen und Ställe. Es ist der größte Waldbrand in der Geschichte des Staates. Die Feuerwehr fürchtet, dass die Flammen bis September lodern könnten. Präsident George W. Bush erklärte Teile des Staates zum Katastrophengebiet. Dadurch haben die Regionen Zugang zu Bundesmitteln.

Insgesamt brennen in elf US-Bundesstaaten 16 große Feuer, darunter in Colorado bei Durango eines mit 25.000 Hektar Ausdehnung, vor dem schon fast 3000 Menschen fliehen mussten. Insgesamt sind in diesem Jahr bereits mehr als 700.000 Hektar Land verbrannt. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre zu dieser Jahreszeit.

Das nationale Brandzentrum fürchtet einen der schlimmsten Brandsommer aller Zeiten und verweist auf die Risikofaktoren: Die jahrelange Dürre im Westen der USA, die frühe Sommerhitze und tonnenweise Unterholz, das dank erfolgreicher Brandbekämpfung in den vergangenen Jahren liegen blieb und beim kleinsten Funken wie Zunder brennt.