Fliegendes Motel Quickie über den Wolken
Vancouver - Auch die Liebe leidet in Zeiten des Terrors: Im Februar wurde durch die Leidenschaft eines britischen Pärchens während eines Transatlantikflugs Alarm ausgelöst. Weil sich die beiden jungen Männer immer wieder gemeinsam auf eine Toilette zurückzogen, verlangte die empörte Crew, die Männer sollten nach der Landung festgenommen werden. Da die US-Luftwaffe den Funkspruch mithörte, der eigentlich für das Bodenpersonal bestimmt war, stiegen gleich zwei Jets auf und fingen die Passagiermaschine ab.
Wären die beiden heißblütigen Turteltäubchen in Kanada in die Luft gegangen, wäre das nicht passiert. Denn eine kleine Tochtergesellschaft der Coastal Mountain Air hat das Geschäft mit der Lust in der Luft entdeckt. Wie die "Süddeutsche Zeitung" in der Montagausgabe berichtet, bietet die "Love Air" ab dem Flughafen Pemberton Rundflüge mit einer Cessna 206 an, in der Sex ausdrücklich erlaubt ist. Auf der Webseite wirbt das Unternehmen mit "einem sicheren, lustigen, unvergesslich romantischen Abenteuer". Die Love-Air-Maschine sei mit einem "bequemen Bett" ausgestattet, ein Vorhang trenne das Cockpit vom Separee. Angst vor lüsternen Lauschern muss man angeblich nicht haben - die Piloten tragen schalldichte Kopfhörer, zudem würden Bettgeflüster, Gestöhne oder heiße Liebesschwüre durch das Dröhnen der Motoren überdeckt.
Zwar müssen die Passagiere während Start und Landung angeschnallt bleiben - auch sämtliche elektronischen Geräte müssen ausgeschaltet sein. Lösche der Kapitän die Anschnallzeichen, sei jedoch alles möglich: "Die Gäste können Champagner trinken, Händchen halten, sich küssen oder sogar: es tun," verspricht die Werbung des fliegenden Motels.
Wer schnell bei der Sache sei, dem wird ein "Quickie-Flug" empfohlen: Für 250 kanadische Dollar bleibe man 30 Minuten oben. Für Romantiker, die mehr Zeit investieren wollten, bietet die Gesellschaft "The Big One" an: Eine Stunde luftiger Ekstase für nur 350 kanadische Dollar. Nach dem Beischlaf über den Wolken dürfen die Gäste sogar die Bettwäsche mit nach Hause mitnehmen. "Die wollen wir wirklich nicht behalten," heißt es auf der Webseite.