Florida: Charley hinterlässt ein Schlachtfeld - DER SPIEGEL
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Florida Charley hinterlässt ein Schlachtfeld

Gebäude stürzten wie Kartenhäuser ein, Dutzende Menschen wurden verletzt. Mit einer Windgeschwindigkeit von mehr als 240 Stundenkilometern ist Hurrikan "Charley" durch Florida gezogen. Kurz vor seiner Ankunft änderte "Charley" auch noch seine Richtung - wer sich in Sicherheit gebracht hatte, fand sich plötzlich im Zentrum des Wirbelsturms wieder.
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Miami - Nach Informationen des US-Fernsehsenders CNN wurden Dutzende von Personen in Krankenhäuser gebracht. Außerdem befürchten Zivilschützer, dass nach Tagesanbruch unter den Trümmern von Gebäuden auch Tote gefunden werden könnten. Mehr als 700.000 Einwohner des "Sonnenschein-Staates" waren für Stunden ohne Strom. Die bis zu fünf Meter hohe Sturmflut setzte küstennahe Gebiete unter Wasser.

US-Präsident George W. Bush erklärte die am schwersten betroffenen Regionen an der Westküste Floridas zum Katastrophengebiet. Mehr als zwei Millionen Einwohner waren zuvor aufgefordert worden, sich vor "Charley" in Sicherheit zu bringen.

Der Wirbelsturm hatte am späten Abend Orlando und dessen Vergnügungsparks erreicht. In der Touristen-Metropole Orlando hatten auch Tausende von Bewohnern der Westküste Floridas Zuflucht gesucht. Da der Hurrikan aber gestern Nachmittag überraschend seine Richtung geändert hatte, befanden sie sich plötzlich im Zentrum des Hurrikans. Auf "Charleys" Route quer durch Florida leben nach Berechnungen fast zehn Millionen Menschen.

Nach Voraussagen von Meteorologen wird "Charley" heute Morgen (Ortszeit) Florida durchquert haben und entlang der Atlantikküste in den Bundesstaat North Carolina weiterziehen. Dort werde er mit wesentlich geringerer Kraft morgen früh auf die Küste prallen.

Floridas Gouverneur, Jeb Bush, hatte bereits am Mittwoch Katastrophenalarm ausgerufen. Bush rechnete gestern auf der Basis von Computer-Modellen mit Schäden von bis zu 15 Milliarden Dollar (12 Milliarden Euro).

Der Wirbelsturm war gestern um 15.45 Uhr Ortszeit (22.45 Uhr MESZ) mit voller Wucht zunächst etwa 30 Kilometer nördlich der 50.000 Einwohner großen Stadt Fort Myers auf die dicht bebaute Region geprallt. Dort leben auch viele Deutsche.

In Punta Gorda zerlegte der Sturm ganze Häuser in Einzelteile. Dutzende Menschen wurden nach Informationen von CNN in Krankenhäuser gebracht. In Lake Wales seien rund 100 Menschen verletzt worden, als das Dach eines Altenheimes eingestürzt sei. Auf den Straßen sei es bei dem Extrem-Wetter zu mehreren Unfällen mit Verletzten gekommen.

Der erste schwere Hurrikan an der Westküste Floridas seit 1960 wurde von starken Regenfällen und Überschwemmungen der Küstenregion begleitet. Der Bürgermeister von Fort Myers, Jim Humphrey, sagte, dass der starke Wind historische Eichen in der Stadt gefällt und Zerstörungen an historischen Gebäuden angerichtet habe. An einigen Orten fielen in kürzester Zeit rund 20 Zentimeter Niederschlag.

Die Region um Fort Myers wurde von dem Hurrikan überrascht. Ursprünglich sollte "Charley", der als Hurrikan in die zweithöchste Kategorie 4 eingestuft wurde, mehr als 100 Kilometer nördlich bei Tampa auf die Küste Floridas treffen.