Florida: "Wilma" hinterlässt Chaos und Zerstörung - DER SPIEGEL
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Florida "Wilma" hinterlässt Chaos und Zerstörung

Der Hurrikan "Wilma" ist über Florida hinweggefegt - und verwüstete weite Landstriche des US-Bundesstaats. Der Wirbelsturm ließ rund sechs Millionen Menschen ohne Strom zurück, mindestens sechs Menschen starben.
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Miami/Mexiko-Stadt - Damit stieg die Zahl der Todesopfer des Wirbelsturms in Haiti, Jamaika, Mexiko und den USA auf 25. Die Behörden sprachen von dem schlimmsten Wirbelsturm in der Region um Fort Lauderdale seit 1950. Als der Hurrikan auf den Atlantik hinauszog, nahm er erneut an Stärke zu.

"Wilma" zog mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern und sintflutartigen Regenfällen über Florida hinweg. Mehrere Millionen Häuser waren ohne Strom, als "Wilma" das Festland verließ und Kurs auf den Atlantik nahm.

Der Sturm beschädigte Tausende Häuser, trug viele Dächer ab, entwurzelte Bäume und stürzte Strommasten. Etwa sechs Millionen Menschen waren gestern Abend ohne Strom. Manche Orte und viele Straßen waren nach den seit Tagen andauernden, heftigen Regenfällen überflutet. In der kubanischen Hauptstadt Havanna trat das von "Wilma" aufgewühlte Meer gestern über die Kaimauern und überflutete weite Teile der Stadt. Marinetaucher brachten mehrere hundert Bewohner mit Schlauchbooten in Sicherheit. Die Fluten beschädigte mehrere historisch wertvolle Gebäude aus der spanischen Kolonialzeit am Malecon, der Uferpromenade von Havanna.

Nach den Zerstörungen auf mehreren Karibik-Inseln und in Florida könnte "Wilma" die weiter nördlich gelegene Ostküste der USA heimsuchen. Der Wirbelsturm könnte nach Angaben des Nationalen Hurrikan-Zentrums bis morgen Vormittag sogar Kanada erreichen. Allerdings würden ihn die niedrigeren Temperaturen dort abschwächen, sagte ein Meteorologe des Nachrichtensenders CNN.

Floridas Gouverneur Jeb Bush forderte die Menschen auf, so lange in ihren Häusern zu bleiben, bis der Sturm völlig vorbei sei. Der Leiter der US-Katastrophenschutzbehörde Fema, David Paulison, ermahnte die aus ihren Häusern geflohenen Menschen, erst zurückzukehren, wenn die Behörden dies erlaubten.

Schäden bis zu zehn Milliarden Dollar befürchtet

Auf dem Weg Richtung Atlantik nahm "Wilma" gestern Abend wieder an Stärke zu und wurde erneut in die Hurrikan-Kategorie drei der fünfstufigen Skala eingestuft. Zuvor hatte der Wirbelsturm über dem Festland an Heftigkeit verloren. "Wilma" könnte Schäden von bis zu zehn Milliarden Dollar anrichten, teilte das auf Risikomanagement spezialisierte Unternehmen EQECAT unter Berufung auf jüngste Berechnungen mit.

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Hurrikan: Fliegende Trampoline und Wanderhütten

Foto: REUTERS

Nach den Verwüstungen von "Wilma" am Wochenende in Mexiko verhängten die Behörden nächtliche Ausgangssperren, um Plünderungen zu verhindern. In der Touristenmetropole Cancun auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan und auf der Insel Cozumel dürfen ab dem frühen Abend an nur noch Sicherheits- oder Rettungskräfte auf die Straße, wie der Bürgermeister von Cancun, Francisco Alor, im Rundfunk verkündete. "Wilma" hatte in Mexiko am Wochenende schwere Verwüstungen angerichtet und zehn Menschen den Tod gebracht. Am Sonntag war es zu Plünderungen gekommen.

Mexiko will heute damit beginnen, rund 35.000 gestrandete Touristen in ihre Heimat zurückzufliegen. Die USA spendeten Mexiko 100.000 Dollar für die Aufräumarbeiten nach dem Hurrikan.