Flüchtiger Schmökel: Fahndung nach der "Zeitbombe" - DER SPIEGEL
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Flüchtiger Schmökel Fahndung nach der "Zeitbombe"

Autofahrer in Sachsen sollen keine Anhalter mitnehmen und die Grenze zu Polen wird schärfer kontrolliert. Die Fahndung nach dem vor zehn Tagen ausgebrochenen Kinderschänder Frank Schmökel läuft auf Hochtouren.
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Frankfurt an der Oder - Schmökel soll am Telefon einem befreundeten Psychologen erzählt haben, dass er sich im Raum Nisky bei Görlitz aufhalte. Es müsse verhindert werden, dass er nach Polen flüchte, sagte Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU). An der polnischen Grenze wurden daraufhin die Kontrollen verschärft.

Der Schwerpunkt der polizeilichen Ermittlungen war jedoch Sachsen. Die Helmstedter Polizei berichtete, Schmökel sei am Vormittag in der niedersächsischen Stadt gesehen worden, als er bei Rot über eine Kreuzung fuhr. Auch in Grünwalde bei Berlin soll der 38-Jährige aufgetaucht sein.

Bis zum Freitagabend gingen bei der Polizei fast 1200 Hinweise aus der Bevölkerung ein. Hunderte von Polizeibeamten und Einheiten des Bundesgrenzschutzes waren im Einsatz, durchsuchten Wälder und Dörfer nach dem Flüchtigen. Bei Verkehrskontrollen wurden Autofahrer aufgefordert, keine Anhalter mitzunehmen. Für die Ergreifung Schmökels sind 50.000 Mark Belohnung ausgesetzt.

Der verurteilte Gewaltverbrecher gestand ebenfalls telefonisch, dass er am Donnerstag in Strausberg bei Berlin einen Mann erschlagen habe. Die alarmierte Polizei fand am Tatort den Ermordeten und die Tatwaffe: einen blutverschmierten Spaten. Schmökel raubte nach dem Mord das Geld und den Wagen seines Opfers. Er setzte sich in den grünen Hyundai Pony mit dem Kennzeichen B-NM 9392 und flüchtete.

"Dort läuft eine lebende Zeitbombe herum", sagte der Polizeichef von Frankfurt an der Oder, Dietmar Weist. Zehn Menschen - Verwandte und Bekannte Schmökels - wurden unter Polizeischutz gestellt.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter erstattete Anzeige wegen "Gefangenenbefreiung und Beihilfe zu einem Tötungsverbrechen" gegen die Leitung der Nervenklinik Neuruppin. Dort war Schmökel nach seiner Verurteilung eingewiesen worden. Er entwischte den Aufsehern bei einem Besuch bei seiner Mutter am 25. Oktober in Strausberg. Gegen das Klinikpersonal wird bereits vorermittelt.