Flüchtlingsboot mit rund 130 Menschen kentert im Indischen Ozean - DER SPIEGEL
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Indischer Ozean Boot mit mehr als hundert Flüchtlingen gekentert

Sie waren auf dem Weg nach Australien: Im Indischen Ozean sind mehr als hundert Bootsflüchtlinge gerettet worden - ihr Schiff war gekentert. Es ist das zweite Unglück dieser Art innerhalb weniger Tage.
Flüchtlingsboot kurz vor dem Kentern: Rund 120 Personen gerettet
Flüchtlingsboot kurz vor dem Kentern: Rund 120 Personen gerettet

Flüchtlingsboot kurz vor dem Kentern: Rund 120 Personen gerettet

Foto: REUTERS/Australian Maritime and Safety Authority
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Canberra - Zum zweiten Mal in weniger als einer Woche ist ein vollbesetztes Flüchtlingsboot auf dem Weg nach Australien im Indischen Ozean gekentert. Nach ihren Informationen seien 123 Insassen gerettet worden, sagte Australiens Premierministerin Julia Gillard. An Bord waren demnach bis zu 133 Menschen. Genaue Zahlen gebe es aber nicht - deswegen könne man auch nicht sagen, ob Personen vermisst würden.

Wie die für die Seenotrettung zuständige australische Behörde Amsa mitteilte, verunglückte das Schiff knapp 200 Kilometer nördlich der zu Australien gehörenden Weihnachtsinsel. Diese liegt mitten im Indischen Ozean, etwa 2600 Kilometer vor der australischen und 300 Kilometer vor der indonesischen Küste. Die australische Küstenwache unterhält auf der Insel ein Auffanglager für Flüchtlinge, die versuchen, mit Booten illegal nach Australien zu gelangen.

Drei Handelsschiffe sowie zwei Marineschiffe waren an der Bergung der Schiffbrüchigen beteiligt. Unter ihnen waren nach Informationen des australischen Fernsehens auch mehrere Frauen und Kinder. Die meisten Passagiere stammten demnach aus Afghanistan.

Erst am vergangenen Donnerstag war ein Schiff mit rund 200 Flüchtlingen an Bord etwa 220 Kilometer nördlich der Weihnachtsinsel gekentert. Die Bergungsmannschaften retteten 110 Überlebende, 17 Menschen konnten sie nur noch tot aus dem Wasser bergen, die restlichen Vermissten wurden nie gefunden.

Bootsflüchtlinge aus Staaten wie Afghanistan, Irak, oder Sri Lanka sind in Australien ein sensibles Thema, es beherrschte auch die Wahlen vor zwei Jahren. Die beiden Unglücke haben die Debatte nun neu belebt. Die Mehrheit der Politiker möchte, dass die Asylanträge nicht in Australien bearbeitet werden. Dennoch können sich Opposition und Regierung nicht darauf einigen, wo stattdessen über die Anträge entschieden werden soll.

ulz/AFP/Reuters/AP