Flüchtlingsboot Ost-Timor bietet Hilfe an
Dili - "Wenn Australien oder das Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR um Hilfe bitten, prüfen wir die Möglichkeit, die Flüchtlinge aufzunehmen", sagte José Ramos-Horta, kommissarischer Außenminister, in Ost-Timors Hauptstadt Dili.
Der Friedensnobelpreisträger wies aber auf die Verantwortung Australiens und Indonesiens in der Flüchtlingskrise hin. Ramos-Horta machte zur Bedingung, dass die politischen Asylanten Ost-Timor wieder verlassen und dass die internationale Gemeinschaft für die Unterbringung der Menschen aufkommen müsste.
Der Chef der Uno-Übergangsverwaltung für Ost-Timor, Sérgio Vieira de Mello, äußerte sich dagegen zurückhaltend. "Es gibt so viele Timorer, die Hilfe benötigen", sagte er der BBC. "Jetzt aus Hunderten Kilometern Entfernung an Asylsuchende zu denken, ist nicht ideal."
Die australische Regierung hatte am Vortag ihr Vorhaben aufgegeben, das Schiff mit Zwangsmitteln von seiner Position vier Seemeilen vor der Weihnachtsinsel wieder in Richtung offene See zu bringen. Die Regierung Neuseelands hat die Aufnahme eines Teils der Flüchtlinge angeboten, falls auch andere Länder entsprechende Angebote machten.