Flüchtlingsdrama: 18 Tote im Meer vor Malta - DER SPIEGEL
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Flüchtlingsdrama 18 Tote im Meer vor Malta

Die französische Marine entdeckte im Mittelmeer vor Malta 18 Leichen - ein Schiff war nicht in Sicht. Die Ertrunkenen sind vermutlich Flüchtlinge: Die Route über das Meer nach Europa ist für viele Einwanderer eine Reise in den Tod.
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Eine Fregatte der französischen Marine hat bei einer Patrouillenfahrt vor der Küste von Malta 18 Leichen aus dem Meer geborgen. Wie Marinesprecher Emmanuel Dinh mitteilte, befand sich kein Boot oder Schiff in der Nähe. Die Toten hätten bereits zwei oder drei Tage im Wasser gelegen.

Es handele es sich vermutlich um Flüchtlinge, die versucht hätten, illegal nach Europa zu kommen, sagte Dinh. Die Leichen wurden am Freitag geborgen. Die Besatzung der Fregatte "La Motte Picquet" entdeckte sie rund 200 Seemeilen (360 Kilometer) südlich von Malta zwischen der Insel und der libyschen Küste im Mittelmeer. Die Identifizierung werde wegen der fortgeschrittenen Verwesung der Leichen schwierig, erklärte der Sprecher.

Der Einsatz sei mittlerweile abgeschlossen. Über die Zahl der geborgenen Toten hatte es widersprüchliche Angaben gegeben. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa hatte gemeldet, eine französische Fregatte habe 21 Leichen geborgen.

Bitteres Business as usual

Flüchtlingsdramen sind in diesem Bereich des Mittelmeeres eine traurige Routine. In dem Gebiet waren unlängst mehrere Flüchtlingsboote gesunken. Ende Mai ging vor Malta ein Boot unter, das von Nordafrika aus in See gestochen war. Der einzige Überlebende, ein 23-jähriger Mann, berichtete, dass 28 weitere Menschen an Bord gewesen seien. Am 21. Mai verschwand ein Boot mit 53 Flüchtlingen: Ein maltesisches Aufklärungsflugzeug sichtete das Boot; die maltesischen Rettungsboote, die daraufhin losgeschickt wurden, fanden jedoch keine Spur mehr davon.

Am 28. Mai bargen Retter vor Malta 26 Flüchtlinge, deren Boot gesunken war: Sie hatten sich an die Schwimmer eines Fischernetzes klammern können. Nachdem die Regierung Maltas eine Aufnahme der Geretteten abgelehnt hatte, erklärte sich Spanien bereit, die Flüchtlinge von der Elfenbeinküste aufzunehmen. Wenige Tage davor hatte ein italienisches Kriegsschiff 27 Flüchtlinge gerettet, die sich auf offener See im Mittelmeer drei Tage lang an Thunfischkäfige geklammert hatten. Auch diese Gruppe wurde zunächst nicht aufgenommen, weil sich Malta und die libyschen Rettungsbehörden über die Zuständigkeiten stritten.

pat/AFP/AP