Flüchtlingsdrama Australien will aufsässige Asylbewerber abschieben
Sydney - Berater des australischen Einwanderungsministeriums hatten sich für die Schließung des Lagers Woomera ausgesprochen. Die Regierung schloss einen solchen Schritt nicht völlig aus, zurzeit sei das aber nicht möglich, sagte ein Ministeriumssprecher nach Medienberichten. Der zuständige Minister Philip Ruddock sagte, er werde die Empfehlung genau studieren. Vor einer Schließung von Woomera müssten jedoch zuerst neue Flüchtlingslager gebaut werden.
Ruddock gab zugleich bekannt, dass 67 Flüchtlinge, die sich derzeit in Woomera aufhalten, abgeschoben werden sollen. Nähere Einzelheiten nannte er nicht. Elf afghanische Kinder hatten der Regierung zuvor ein Ultimatum für ihre Freilassung gestellt. Die Flüchtlinge im Alter von 14 bis 17 Jahren drohten damit, sich zu vergiften oder in die Stacheldrahtzäune zu springen, falls ihre Forderung bis zum Nachmittag (Ortszeit) nicht erfüllt würden. In der vergangenen Woche hatten Dutzende Lagerinsassen von Woomera sich und ihren Kinder die Lippen zugenäht.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte die australische Asylpolitik. Das Einsperren von Flüchtlingen habe sich nicht bewährt, diese Politik müssen dringend überprüft werden. In Australien warten Asylbewerber zum Teil Jahre auf die Bearbeitung ihrer Anträge. Nach dem Sturz der Taliban waren die Anträge der afghanischen Flüchtlinge ausgesetzt worden.