Flüchtlingsjunge: Elián ist wieder zu Hause - DER SPIEGEL
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Flüchtlingsjunge Elián ist wieder zu Hause

Der Kampf um Elián ist beendet: Sieben Monate nach seiner Rettung vor der Küste Floridas ist der kubanische Flüchtlingsjunge wieder nach Kuba zurückgekehrt. Elián und sein Vater, Juan Miguel González, wurden am Flughafen von Havanna von Angehörigen und 800 Kindern empfangen.
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Havanna - Als ranghöchster Staatsvertreter begrüßte der Präsident der kubanischen Nationalversammlung, Ricardo Alarcon, den Sechsjährigen. Staatschef Fidel Castro, der die Rückkehr des Jungen zu einer politischen Frage erhoben hatte, kam nicht zum Flughafen. Zuvor hatte das Oberste Gericht der USA den Weg für die Rückkehr Eliáns frei gemacht.

Die kubanische Regierung forderte die Bürger auf, Ruhe zu bewahren und nicht in Massen auf die Straßen zu strömen. Elián soll die kommenden zwei Wochen mit seiner Familie, einigen Klassenkameraden und Lehrern zunächst in Havanna bleiben, bevor er in seine Heimatstadt Cardenas zurückkehrt.

Vor dem Abflug aus den Vereinigten Staaten hatte Juan Miguel González dem amerikanischen Volk und der US-Regierung für ihre Unterstützung gedankt: "Ich bin äußerst glücklich, heimreisen zu können", sagte er vor dem Einsteigen in das Flugzeug. Ein Sprecher der in Miami lebenden Verwandten Eliáns, die den Jungen für mehrere Monate aufgenommen hatten und bis zuletzt für seinen Verbleib in den USA kämpften, prangerte dagegen Menschenrechtsverletzungen in Kuba an. US-Präsident Bill Clinton erklärte, er hätte sich einen weniger dramatischen Verlauf des siebenmonatigen Streits um Elián gewünscht.

Das Oberste Gericht der USA hatte am Mittwoch den nervenaufreibenden Sorgerechtsstreit um den Sechsjährigen beendet und den Weg für die Rückkehr nach Kuba frei gemacht. Einen Eilantrag von Eliáns Verwandten in Miami, die die Ausreise in letzter Minute verhindern wollten, wies das Gericht ab. US-Justizministerin Janet Reno begrüßte die Entscheidung und wünschte dem "außergewöhnlichen kleinen Buben" und seiner Familie Glück. Vor dem Haus von Eliáns Verwandten in Miami und dem dortigen Gerichtsgebäude protestierten dutzende Exilkubaner gegen die Rückkehr Eliáns.

Eliáns Mutter versuchte im November vergangenen Jahres mit ihrem Sohn in die USA zu fliehen; beim Untergang des Flüchtlingsbootes ertrank sie zusammen mit zehn weiteren Menschen - Elián wurde gerettet. Der Junge kam zunächst bei seinem Großonkel in Miami unter, es entbrannte ein heftiger Sorgerechtsstreit zwischen den amerikanischen und kubanischen Verwandten des Jungen.