Flüchtlingskatastrophe in Dover Polizeischutz für Überlebende
Dover - Die "Times" zitierte am Dienstag einen Mitarbeiter des Krankenhauses mit den Worten: "Sie haben gesagt, es sei sehr dunkel in dem Anhänger gewesen, so dass sie über die Leichen der anderen stolperten, als sie versuchten, zur Tür zu kommen."
Nach Informationen des "Independent" schlugen die 56 Männer und vier Frauen, die in dem holländischen Lastwagen nach England geschmuggelt werden sollten, gegen die verschlossenen Türen. Sie schrieen so laut, wie sie konnten, doch vergebens. Der Sauerstoffmangel ließ sie schließlich bewusstlos werden. Als der Zoll in Dover auf den Lastwagen aufmerksam wurde und die Türen öffnete, waren 58 der 60 Flüchtlinge tot. Einer der beteiligten Zollbeamten sagte: "Ich werde nie den Anblick vergessen, der sich uns bot. Da stapelten sich die Leichen. Und der grässlichste Geruch, den man sich vorstellen kann, schlug uns entgegen."
Von den beiden Überlebenden erhofft sich die britische Polizei am Dienstag Hinweise auf eine chinesische Schlepperbande, die die Flüchtlinge nach England einschleusen wollte. Die Polizei stellte zum Schutz der beiden Überlebenden bewaffnete Beamte ab.
Nach Schätzungen der Behörden werden jedes Jahr mehrere zehntausend Chinesen illegal nach Großbritannien eingeschmuggelt. Sie tauchen meist in der chinesischen Subkultur, etwa in Londons Chinatown, ab.