Flug nach Berlin Passagier würgt Piloten
Berlin - Der Kopilot landete das Flugzeug mit 143 Passagieren an Bord sicher in Berlin-Schönefeld. Der unbewaffnete Angreifer, der laut Polizei zum Zeitpunkt des Zwischenfalls vermutlich unter erheblichem Alkoholeinfluss stand, hatte gegen 21.40 Uhr noch im spanischen Luftraum das Cockpit betreten und unter wirren Drohungen den Piloten getreten und gewürgt. Zuvor hatte der erfahrene 59-jährige Flugkapitän vergeblich versucht, den Mann zu beruhigen, hieß es.
Während der Auseinandersetzung verlor die Maschine vom Typ Boeing 737-700 den Angaben zufolge kurzzeitig an Höhe, wurde jedoch vom Kopiloten sofort wieder in eine stabile Fluglage gebracht. Der Angreifer konnte nach Hilferufen über den Bordfunk kurz darauf von Stewardessen und vier 23- bis 50-jährigen männlichen Passagieren aus Russland, Schweden und Deutschland überwältigt werden. Eine Ärztin, die als Passagier an Bord war, hielt den Mann bis zur Landung der Maschine kurz nach 23 Uhr unter Kontrolle.
Der Mann sei wegen seines psychisch instabilen Zustandes in eine brandenburgische Klinik gebracht worden, teilte die Potsdamer Polizei mit. Auf dem Transport in die Landesklinik, der unter polizeilicher Bewachung erfolgte, gelang es dem 38-Jährigen nach Vortäuschung eines Schwächeanfalls kurzzeitig aus dem Rettungsfahrzeug zu flüchten. Er konnte jedoch unmittelbar danach von Polizeibeamten gestellt werden. Gegen den Mann seien Ermittlungen wegen des Verdachts des Angriffs auf den Luftverkehr eingeleitet worden, so die Polizei.
In den vergangenen Wochen hatten mehrfach Fluggäste für Chaos über den Wolken gesorgt, indem sie in Cockpits eindrangen und Piloten attackierten. Immer war es der Mithilfe von Passagieren zu verdanken, dass die Angreifer überwältigt werden konnten.