Flughafen München Mitarbeiter wussten von Sicherheitskontrolle
München - Eine EU-Sicherheitsinspektion am Flughafen München vom 7. bis 12 Mai war zumindest einem Teil der Mitarbeiter zuvor bekannt. So verschickte die Luftsicherheitsbeauftragte der Fluggesellschaft dba intern bereits am 3. Mai eine Mail an die Cockpit Crew, die Cabin Crew und für den Aushang, in der detailliert auf die Kontrollen hingewiesen wurde.
Die Inspektion sei nicht offiziell angemeldet und deshalb seien "die Auditoren auf gar keinen Fall darauf anzusprechen". Die Kontrolleure seien im Besitz eines Flughafenausweises und könnten sich überall bewegen. Ein Team von 15 Personen werde rund um die Uhr die Sicherheitsvorkehrungen überprüfen. Es würden auch sogenannte "Realtests" vorgenommen, bei denen Messer und Bombenattrappen verwendet würden. Weiter sei damit zu rechnen, so der Text, dass versucht werde, Siegel am Flugzeug zu brechen und Bombenattrappen darin zu platzieren. Die dba-Mitarbeiter werden in dem Rundschreiben zudem aufgefordert, Zugangskontrollen zu den Flugzeugen vorzunehmen und die parkenden Flieger zu versiegeln.
Weder die Verwaltung des Flughafens München noch die Lufthansa wussten im Vorfeld von der EU-Inspektion. Der Flughafen teilte mit, die Kontrolleure seien lediglich verpflichtet, die Bundesregierung bzw. das Verkehrsministerium von der Maßnahme zu informieren. Wie die Details an die dba gelangt seien, könne man sich nicht erklären.
Die dba erklärte dagegen, man habe wie alle anderen Fluggesellschaften auch von den Kontrollen gewusst und die Mitarbeiter informiert. Man wolle schließlich am Ende auch nicht schlechter abschneiden als die Konkurrenz. Wer genau über die Inspektion informiert habe, könne man nicht sagen, das spreche sich eben herum.
Am vergangenen Wochenende war bekannt geworden, dass die EU-Inspektion in München dennoch zu einem Desaster für die dortigen Fluggesellschaften wurde. Bei den Personalkontrollen hatten die Auditoren Messer, Sprengsätze und Schusswaffen unbemerkt durchgeschleust. Dem Airport droht nun eine Einstufung als "unsauber".