Flughafen Newark: Defekte Kameras verschärften Sicherheitspanne - DER SPIEGEL
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Flughafen Newark Defekte Kameras verschärften Sicherheitspanne

Erst gelangte ein Passagier ohne Kontrollen in den Sicherheitsbereich, dann versagten auch die Überwachungskameras: Bei der spektakulären Panne am US-Flughafen Newark kam es gleich zu mehreren Fehlern - an einem Flughafen bei Los Angeles löste jetzt Honig Sicherheitsalarm aus.
Sicherheitskontrollen am Flughafen Newark: Defekte Kameras
Sicherheitskontrollen am Flughafen Newark: Defekte Kameras

Sicherheitskontrollen am Flughafen Newark: Defekte Kameras

Foto: Justin Lane/ dpa
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Washington - Stundenlang ging am New Yorker Flughafen nichts mehr, Tausende Fluggäste saßen am Sonntag wegen einer Sicherheitspanne fest - und dabei unterliefen gleich zwei Fehler: Zunächst war ein Unbekannter durch einen Ausgang in falscher Richtung in den Sicherheitsbereich gelangt. Dann funktionierten Berichten zufolge die Überwachungskameras nicht. Deshalb habe die Flugsicherheitsbehörde (TSA) zunächst von der US-Fluglinie Continental Airlines Videoaufnahmen aus dem betroffenen Terminal anfordern müssen, um nachvollziehen zu können, ob wirklich ein Passagier ohne Kontrolle in den Sicherheitsbereich gelangt war. Dies sei erst mit etwa zwei Stunden Verzögerung möglich gewesen, berichtete ABC News am Dienstag.

"Die Kamera der Hafenbehörde lief nicht", sagte New Jerseys Senator Frank Lautenberg laut ABC. Die Hafenbehörde von New York und New Jersey ist Betreiber des Flughafens. Dem Bericht zufolge zeichneten die Kameras bereits seit dem 28. Dezember nicht mehr auf.

"Es wäre Aufgabe der TSA gewesen, die Hafenbehörde zu informieren, dass die Kameras nicht laufen", sagte Lautenberg weiter. Warum dies nicht geschehen sei, müsse nun geklärt werden.

Erst mit stundenlanger Verzögerung habe die TSA dann auf den Videoaufnahmen der Fluggesellschaft sehen können, wie ein bislang nicht identifizierter Mann unkontrolliert durch eine Tür in den Sicherheitsbereich gelangte. Die TSA hatte den Terminal C des Newark Liberty International Airport daraufhin gesperrt. Tausende Fluggäste mussten den Sicherheitsbereich verlassen und erneut durch die Kontrollen.

Der Vorfall nur neun Tage nach dem verhinderten Attentat von Detroit hatte die Effizienz der Sicherheitsmaßnahmen an US-Flughäfen abermals in Frage gestellt.

Zu einem Zwischenfall kam es jetzt auch am Flughafen Meadows Field bei Los Angeles: Ein Passagier mit Honig im Gepäck löste dort den Sicherheitsalarm aus und legte den Betrieb für mehrere Stunden lahm. Nach Polizeiangaben wurden am Dienstag bei drei Tests Spuren der Sprengstoffe TNT und TATP gefunden, woraufhin Alarm gegeben worden sei. Der 31-Jährige habe den Honig in fünf Trinkwasserflaschen in seiner Tasche gehabt, hieß es.

Alle Flüge nach und von Meadow Fields in Bakersfield, etwa 180 Kilometer nördlich von Los Angeles, wurden ab 07.30 Uhr gestrichen. Erst Stunden später, als klar war, dass es sich um einen falschen Alarm gehandelt hatte, konnte der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden.

Die Polizei konnte zunächst nicht erklären, wieso die unabhängig voneinander gemachten Sprengstofftests positiv ausfielen. Zwei Angestellte der Kontrolldienste wurden sicherheitshalber ins Krankenhaus gebracht, nachdem sie die Flaschen geöffnet und über Unwohlsein geklagt hatten. "Wir wissen nicht, ob es wirklich Übelkeit war oder ob die Mitarbeiter einfach nervös waren", sagte ein Polizeisprecher. Inzwischen seien die beiden Angestellten wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden, ihnen gehe es gut.

Nach dem vereitelten Anschlag auf eine US-Passagiermaschine wurden die Sicherheitsmaßnahmen an den Flughäfen überall in den Vereinigten Staaten deutlich verschärft. Ein Nigerianer hatte am ersten Weihnachtstag versucht, eine Maschine mit fast 300 Menschen an Bord im Landeanflug auf Detroit in die Luft zu sprengen.

hen/APD/AFP