Unfall in Berlin 53 Verletzte durch giftige Dämpfe im Flughafen Tegel
Unfall in Berlin: 53 Verletzte durch giftige Dämpfe im Flughafen Tegel
Foto: dapdGiftige Dämpfe haben am Flughafen Tegel bei 53 Menschen für leichte Verletzungen gesorgt. Beim Saubermachen in der Nacht seien vermutlich falsche Substanzen gemischt worden, wie die Polizei erklärte. Zunächst hätten am Morgen Mitarbeiter des Flughafens beim Betreten einer Toilette über Übelkeit geklagt. Unter den Betroffenen waren laut einem Flughafensprecher auch Passagiere. Sie hatten sich mit gereizten Augen und Atemwegen an den Rettungsdienst gewandt. Auch alarmierten Feuerwehrleuten sei schlecht geworden.
Am frühen Morgen informierte der Flughafen die Polizei über den Vorall, Einsatzkräfte von der Feuerwehr, der Bundespolizei und der Berliner Polizei rückten an. "Seit etwa sieben Uhr sind Mitarbeiter von der Kriminaltechnik in Tegel, um die Luftgüte zu testen", sagte Polizeisprecher Martin Dams SPIEGEL ONLINE. "Heute früh ist ein erhöhter Ammoniakgehalt festgestellt worden."
Die genaue Herkunft der Dämpfe war zunächst unklar, nach ersten Erkenntnissen könnten zu hoch konzentrierte Reinigungsmittel die Beschwerden ausgelöst haben. Laut Dams hat der Flughafen inzwischen "gut gelüftet", so dass die ätzenden Dämpfe verflogen sein dürften.
Berlin: Ätzende Dämpfe im Flughafen Tegel
"Die Messungen von Feuerwehr und Landeskriminalamt haben ergeben, dass keine schädlichen Stoffe mehr in der Luft sind", sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel SPIEGEL ONLINE. Auch das Gelände sei nach offenen Behältern oder anderen Gefahrenquellen abgesucht worden - man habe nichts gefunden. Inzwischen konnte der Großeinsatz beendet werden, sicherheitshalber sei aber noch eine Rettungsmannschaft vor Ort.
Wie es zu dem Vorfall kommen konnte, ist laut Flughafensprecher bislang vollkommen unklar. Die Polizei hat Ermittlungen gegen Unbekannt aufgenommen.
Wegen des Großeinsatzes musste Terminal A des Airports zeitweise gesperrt werden. Da die Ursache für die giftigen Dämpfe schnell gefunden werden konnte, wurden alle Sperrungen um 11.30 Uhr wieder aufgehoben. Der Flugverkehr oder die Abfertigung der Passagiere wurde nach Auskunft des Flughafens kaum behindert. Es habe nur einzelne Verspätungen von wenigen Minuten gegeben, weil einige Gates nicht benutzt werden konnten.
Nach Angaben von Flughafensprecher Kunkel wurden 38 der verletzten Personen in sechs umliegende Krankenhäuser gebracht. Alle konnten nach kurzer Behandlung wieder entlassen werden.