Flugschau-Katastrophe 83 Tote - Staatstrauer in der Ukraine
Die SU-27 berührt mit der linken Tragfläche den Boden
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Die Menschen an der Unglücksstelle hatten kaum eine Überlebenschance
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Das Flugzeug überschlägt sich und geht im Flammen auf
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Die Ursache für die Katastrophe ist noch ungeklärt
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Lwiw/Kiew - Auf dem Flughafen in Lwiw, wo am Samstag ein Kampfflugzeug bei der Vorführung in eine Zuschauermenge abstürzte, war für den Morgen eine Trauerfeier angesetzt. Es wird erwartet, dass hunderte Verwandte und Freunde der Opfer an der Zeremonie teilnehmen. Das Unglück ist das schwerste bei einer Flugschau in der Geschichte und erinnerte an die Katastrophe von Ramstein, wo vor 14 Jahren 70 Menschen starben.
Das Flugzeug des Typs Suchoi Su-27 war bei der Vorführung eines Tiefflugs über dem Fluggelände seitlich weggekippt und war in einem Feuerball in eine Zuschauermenge gestürzt. Die beiden Piloten konnten sich mit ihren Schleudersitzen retten. Mindestens 116 Menschen wurden verletzt. Die Ursache des Unglücks ist weiter unklar. Die Ermittlungsbehörden halten eine Nachlässigkeit bei Teilen der Führung der Luftwaffe ebenso für möglich wie einen Schaden an der Maschine.
Präsident Leonid Kutschma hatte angekündigt, die Verantwortlichen des Unglücks zu bestrafen. Er entließ seinen Luftwaffenchef Wolodimir Strelnikow und Generalstabschef Petro Schuljak. Strelnikow wurde am Sonntag, einen Tag nach der Katastrophe, festgenommen. Außer dem General wurden auch der am Vortag ebenfalls seines Amtes entbundene Luftkorps-Kommandeur Sergej Onischtschenko sowie zwei weitere hochrangige Offiziere festgenommen, berichtete die Agentur Interfax.
Strelnikow werden schwere Versäumnisse bei der Flugvorbereitung der Streitkräfte sowie bei der Vorbereitung der Schauflüge in Lwiw angelastet. Zudem wurden ihm und den drei anderen Offizieren Nachlässigkeit im Dienst mit schweren Folgen - die Flugzeugkatastrophe und viele menschliche Opfer - vorgeworfen.
Ein ehemaliger Militärberater Kutschmas, Wadim Hretschaninow, machte der Nachrichtenagentur Interfax zufolge Sicherheitsmängel für die hohe Zahl von Opfern verantwortlich. Die Zuschauer hätten sich auf dem Flugplatz nicht in dem für Notfälle erforderlichen Sicherheitsabstand aufgehalten. Auf die Zuschauer war ein Trümmerregen niedergegangen, einige der Leichen waren in Stücke gerissen.