Flugschau-Katastrophe Schwere Vorwürfe gegen die Luftwaffe
Die SU-27 berührt mit der linken Tragfläche den Boden
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Die Menschen an der Unglücksstelle hatten kaum eine Überlebenschance
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Das Flugzeug überschlägt sich und geht im Flammen auf
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Die Ursache für die Katastrophe ist noch ungeklärt
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Lwiw/Kiew - Der Einsatz von Kampfflugzeugen sei so nicht abgesprochen gewesen, sagte der Leiter der staatlichen Untersuchungskommission, Jewgenij Martschuk, am Montagabend in Kiew. Die Generalstaatsanwaltschaft begründete die Festnahme mehrerer Luftwaffen-Kommandeure mit der Befürchtung, die Generäle könnten Einfluss auf die Arbeit der Untersuchungskommission nehmen.
Flugexperten forschen unterdessen weiter nach der Ursache des Absturzes vom Samstag. Nach Angaben Martschuks würden sieben Versionen überprüft, darunter der Ausfall der Triebwerke, Pannen bei der Steuerung, ein Aussetzen der Kerosinpumpen sowie Fehler der Piloten. Die Generalstaatsanwaltschaft sprach von einer kriminellen Fahrlässigkeit der Verantwortlichen.
Die beiden Piloten, die sich kurz vor dem Aufprall mit dem Schleudersitz aus dem Flugzeug katapultiert hatten, sagten bei ihrer Vernehmung, sie hätten die Tragödie nicht verhindern können. Sollte der Unfall auf Pilotenfehler zurückzuführen sein, drohen ihnen nach ukrainischen Medienberichten Haftstrafen zwischen 5 und 15 Jahren.
Ein ehemaliger Militärberater Kutschmas, Wadim Hretschaninow, machte der Nachrichtenagentur Interfax zufolge Sicherheitsmängel für die hohe Zahl von Opfern verantwortlich. Die Zuschauer hätten sich auf dem Flugplatz nicht in dem für Notfälle erforderlichen Sicherheitsabstand aufgehalten. Auf die Zuschauer war ein Trümmerregen niedergegangen, einige der Opfer waren in Stücke gerissen.
Am Montag waren die ersten 45 Todesopfer der Katastrophe in Lwiw beerdigt worden. Präsident Leonid Kutschma hatte Staatstrauer angeordnet. An der Trauerfeier unter Leitung orthodoxer Geistlicher nahmen zahlreiche Angehörige der 83 Todesopfer und 116 Verletzten sowie Überlebende des Unglücks teil. Die Trauergäste legten auf dem Rollfeld Blumen nieder. Die Absturzstelle selbst hatten Sicherheitskräften abgesperrt. In den Krankenhäusern von Lwiw wurden weiterhin 70 Besucher der Flugschau mit teilweise äußerst schweren Verbrennungen und Knochenbrüchen behandelt.