Flugzeug-Tests: Über 20 defekte Höhenruder - DER SPIEGEL
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Flugzeug-Tests Über 20 defekte Höhenruder

Knapp zwei Wochen nach dem Absturz einer Passagiermaschine der Alaska Airlines sind bei Flugzeug- Überprüfungen in den USA mindestens 21 defekte Höhenruder entdeckt worden.
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Washington - Die Zahl könnte sogar noch weiter steigen, da die am Donnerstag gestarteten Inspektionen bis Montag dauern sollten. Eine Beschädigung des Schraubensystems zur Höhenruder-Bewegung gilt als mögliche Ursache für den Absturz vor Kalifornien vom 31. Januar mit 88 Toten.

Wie die "New York Times" unterdessen berichtet, untersuchen die Behörden seit 1998 mögliche Verstöße bei Alaska Airlines bei der Wartung von Flugzeugen. Dabei gehe es um den Verdacht, dass Mitarbeiter den Abschluss von Wartungsarbeiten bescheinigten, ohne dass diese überhaupt stattgefunden hätten. Mindestens zehn Mechaniker seien vor eine Anklagekammer gebracht worden.

Von den Höhenruder-Problemen sind allerdings neben Alaska Airlines auch andere Fluggesellschaften betroffen. Die Flugaufsichtsbehörde FAA hatte am Donnerstag die sofortige Inspektion aller Maschinen der MD-80-Serie und verwandter Typen angeordnet, nachdem zunächst Alaska Air bei einer freiwilligen Überprüfung mehrere beschädigte Höhenruder entdeckt hatte. Die Defekte ähneln denen, die auch die aus den Wrack geborgene Schraubenwinde der Unglücksmaschine aufweist.

Einige der Maschinen mit Beschädigungen sind inzwischen repariert und wieder im Einsatz. Andere blieben auch am Sonntag noch am Boden. Allein bei Alaska Airlines wurden nach Medienberichten insgesamt acht beschädigte Höhenruder entdeckt. Betroffen sind außerdem Delta, Air Tran, American Airlines, Continental, TWA, Northwest und Haiwaiian Air. In einigen Fällen wiesen die etwa 60 Zentimeter langen Schrauben Metallstaub auf. Dabei könnte es sich nach Angaben der Nationalen Transportsicherheitsbehörde NTSB um eine ungefährliche normale "Nutzungserscheinung" handeln. Für Rückschlüsse sei es noch zu früh. Die Untersuchung der defekten Teile dauere an.

Die Überprüfung in den USA betraf insgesamt ungefähr 1100 Flugzeuge der MD-80-Familie und der ähnlichen Typen MD-90, DC-9 sowie Boeing 717. Wegen der Inspektionen kam es auf mehreren Flughäfen zu Startverzögerungen.

Das in der vergangenen Woche aus dem Wrack der abgestürzten MD-83 geborgene Höhenruder-Schraubensystem wies Abschürfungen und Metallspäne auf. Die NTSB sprach von deutlichen Defekten. Es sei aber nach wie vor ungeklärt, ob die Beschädigungen erst durch den Absturz entstanden oder schon vorher existierten. Vor dem Unglück hatten die Piloten Probleme mit dem Höhenruder gemeldet.

In Deutschland hatte das Luftfahrtbundesamt (LBA) in Braunschweig am Freitag die Inspektion von sieben MD-80-Maschinen angeordnet. Die Flugzeuge gehören der Frankfurter Fluggesellschaft Aero Lloyd. Wie die Fluggesellschaft am Samstag in Oberursel mitteilte, liegen die Ergebnisse frühestens an diesem Montag vor.