Flugzeugabsturz im Irak: Rettungskräfte entdecken Leichen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Flugzeugabsturz im Irak Rettungskräfte entdecken Leichen

Tagelang fehlte nach dem Absturz eines deutschen Kleinflugzeugs im Nordirak jede Spur von dem Wrack und den vermissten Insassen – jetzt haben kurdische Rettungskräfte die Überreste der Maschine und sechs Leichen gefunden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Suleimanijah - Das Wrack sei in der Region Arbad 30 Kilometer nordöstlich von Suleimanijah im Nordirak gefunden worden, sagte ein Vertreter der kurdischen Autonomieverwaltung von Halabscha. In der Nähe des Kleinflugzeugs wurden auch sechs Leichen entdeckt. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte am Sonntagabend, dass das Wrack gefunden worden sei. Ein Sprecher der kurdischen Provinzregierung sagte, Dorfbewohner hätten das Flugzeugwrack in bergigem Gelände an der Grenze zu Iran entdeckt.

Die Maschine war seit Donnerstag vermisst worden. Die Funkverbindung zu der Düsenmaschine Cessna 501 auf dem Flug von Aserbaidschan nach Sulaimanija oder Kirkuk im Norden des Irak war am Donnerstag gegen 11.15 Uhr abgebrochen. Die Schwierigkeit, das Flugzeug zu finden, hatte auf irakischer Seite zu der Vermutung geführt, dass die Maschine im Iran niedergangen sein könnte.

Das vermisste Flugzeug gehört einer Baustofffirma in Freising bei München. Nach Angaben der Polizei waren an Bord der Cessna zwei 42 und 56 Jahre alte Mitarbeiter der Firma Hasit, ein 33 Jahre alter Vertreter der irakischen Regierung sowie ein 49-jähriger deutscher Irakexperte und zwei 74 und 69 Jahre alte deutsche Piloten. Die Maschine sei am Dienstag in München gestartet und über Ungarn nach Baku in Aserbaidschan geflogen. Die Firmenangehörigen seien auf Bitten der irakischen Regierung auf dem Weg in die Region gewesen, um die Regierung im Rahmen eines internationalen Wiederaufbauprogramms für die Baustoffindustrie zu beraten.

Der "Münchner Merkur" berichtet, der frühere bayrische Ministerpräsident Franz Josef Strauß habe zu Lebzeiten mehrmals als Pilot in der nun abgestürzten Maschine gesessen. Der flugbegeisterte CSU-Chef sei damit öfter bis nach Moskau geflogen. hen/AP/AFP