Mehr als 140 Tote nach Absturz in Wohngebiet Kritik an indonesischer Luftwaffe
Wrack des Militärtransporters in Medan: Bergungstrupps im Einsatz
Foto: ATAR/ AFPBei dem Absturz eines Militärflugzeugs auf ein Wohngebiet in Indonesien sind mindestens 142 Menschen gestorben. Darunter sind Behördenangaben zufolge auch 20 Bewohner der Millionenstadt Medan auf Sumatra, die in ihren Häusern oder auf der Straße von den herabstürzenden Wrackteilen erschlagen wurden oder verbrannten.
Von den 122 Menschen an Bord der Hercules C-130 überlebte nach Armeeangaben niemand. Retter suchten zwischen Wrackteilen und eingestürzten Häusern nach weiteren Opfern. Die Luftwaffe nahm Ermittlungen zur Unglücksursache auf. Die Maschine war am Dienstag kurz nach dem Start abgestürzt. Der Pilot hatte noch Schwierigkeiten gemeldet.
Das Flugzeug war Jahrgang 1964 - nach Angaben des Luftwaffen-Chefs kein Problem, so lange die Maschinen richtig gewartet werden. Dennoch versprach Präsident Joko Widodo eine Modernisierung der Flotte.
Unterdessen wurde heftige Kritik an der Luftwaffe laut. Die Maschine hätte nach Einschätzung von Experten nicht so viele Menschen an Bord haben sollen. Die Hercules C-130 könne zwar fast 20.000 Kilogramm Fracht laden, sagte Evan Laksmana, Militärexperte beim Zentrum für Strategische und Internationale Studien in Jakarta. "Aber viele Leute glauben, dass mehr als hundert Passagiere für so eine alte Maschine zu viel sind."
An Bord der Maschine waren Soldaten und deren Angehörige. Nach Angaben der Armee ist es üblich, dass die Familien mit Militärmaschinen transportiert werden. Das Flugzeug war am Dienstagmorgen in der Hauptstadt Jakarta gestartet und wollte mehrere Stützpunkte anfliegen. Es hatte vor Medan bereits zwei Zwischenstopps eingelegt.
Über die Unglücksursache machte die Luftwaffe bislang keine Angaben. Als Vorsichtsmaßnahme zog sie ihre verbliebenen 27 C-130-Hercules-Maschinen vorerst aus dem Verkehr.