Flugzeugabsturz in Iran: Alle Insassen tot - DER SPIEGEL
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Flugzeugabsturz in Iran Alle Insassen tot

Den Absturz einer ukrainischen Propellermaschine in Iran hat offenbar keiner der 50 Insassen überlebt. Die Antonow-140 war am Abend beim Landeanflug auf den Flughafen von Isfahan gestürzt. Für die Antonow-Werke war das Unglück einer weiterer tragischer Rückschlag.
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Kiew/Teheran - Unter den Toten waren 44 Passagiere, darunter ein Kind, sowie sechs Besatzungsmitglieder, wie eine Sprecherin des ukrainischen Verkehrsministeriums am Dienstag mitteilte.

Bis zum Dienstagvormittag bargen die Rettungskräfte 25 Leichen. Bei den meisten Opfern handelte es sich um Ukrainer und Russen. Über die genaue Zahl der Toten gab es widersprüchliche Angaben: Die iranische Regierung hatte zunächst von 46 Opfern gesprochen.

Nach Angaben der ukrainischen Regierung war das Flugzeug in Charkiw gestartet und dann in Trabzon in der Türkei zwischengelandet. Der Funkkontakt zu der Maschine sei wenige Minuten vor der Landung in Isfahan, 400 Kilometer südlich von Teheran, abgebrochen, verlautete aus Kreisen des staatlichen Flugzeugherstellers. Die Absturzstelle liegt in der Nähe des Dorfs Bakerabad.

Die Ursache des Unglücks war zwar immer noch unklar. In der Region soll es zu der Zeit des Unfalls jedoch sehr windig gewesen sein. Die Maschine der ukrainischen Fluglinie Aeromist hatte zuvor einen Zwischenstopp in der türkischen Stadt Trabzon gemacht. Nach Angaben der Luftfahrtbehörde waren die meisten der Passagiere Ingenieure, die mit iranischen Experten gemeinsame Luftfahrtprojekte erörtern und an der für Mittwoch geplanten Feier aus Anlass des Jungfernflugs der iranischen Lizenz-Version des Flugzeugs teilnehmen wollten. Iran hatte im Jahr 2000 von der Ukraine die Produktionslizenz für Maschinen vom Typ Antonow An-140 erworben.

Die von zwei Propellern angetriebene Antonow-140 ist ein Kurzstreckenflugzeug, das 1997 in Betrieb genommen wurde. Der Absturz ist ein weiterer Rückschlag für die Antonow-Flugzeugkonstrukteure in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Ähnlich wie die heute russischen Firmen Iljuschin, Tupolew oder Jakowlew müssen die Antonow-Werke seit dem Ende der Sowjetunion um ihre Chancen auf heimischen wie internationalen Märkten kämpfen. Geldmangel bremst die Entwicklung neuer Typen, technische Innovationen scheinen nicht ausgereift. Viele Airlines auf dem Gebiet der früheren Sowjetunion setzen auf westliches Fluggerät.

Die verunglückte Antonow-140 war eins von erst vier serienmäßig produzierten Flugzeugen dieses Typs. Auf der Turboprop-Maschine ruhen die Hoffnungen für eine Erneuerung des überalterten Flugzeugsparks für Kurzstrecken in der früheren Sowjetunion. Die An-140, die 1997 erstmals flog, kann 52 Passagiere bis zu 2100 Kilometer weit befördern.

Wenig Segen ruhte bislang auch auf dem militärischen Transportflugzeug Antonow-70. Der erste Prototyp stürzte bei einem Testflug im Februar 1995 nach der Kollision mit einem Begleitflugzeug ab. Der zweite Prototyp machte im Februar 2001 bei Omsk in Sibirien eine Bruchlandung. Dabei stand die Bundeswehr kurz davor, die billige An-70 als neuen Transporter einzukaufen. Dann allerdings beschloss Deutschland aus bündnistaktischen Erwägungen, sich am Bau des europäischen Airbus-Militärtransporters A400 M zu beteiligen.

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