Flugzeugentführung: Fünf Geiseln in London freigelassen - DER SPIEGEL
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Flugzeugentführung Fünf Geiseln in London freigelassen

Die Entführer der im afghanischen Kabul gekidnappten Boeing 727 haben auf dem Flughafen Stansted bei London fünf Geiseln freigelassen. Es befinden sich immer noch 160 Menschen an Bord.
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London/Islamabad - Bei den Freigelassenen handelt es sich um zwei Männer, eine Frau und zwei Kinder. Die Polizei hatte seit den frühen Morgenstunden mit den Luftpiraten verhandelt. Sie erwartet lange Gespräche.

Das afghanische Taliban-Regime hat jegliche Verhandlungen mit den Entführern ausgeschlossen. Nach unbestätigten Berichten verlangen die Luftpiraten die Freilassung eines von den radikal-islamischen Taliban gefangen gehaltenen Oppositionspolitikers.

Der Taliban-Führer Mullah Mohammed Omar forderte eine harte Linie gegenüber den Entführern. Die Entscheidung über die Behandlung der Luftpiraten liege aber allein bei der britischen Regierung, erklärte er. Die Erklärung Omars wurde vor Journalisten in der Botschaft der Taliban in Pakistans Hauptstadt Islamabad verlesen

Zuvor waren Lebensmittel, Babynahrung und Medikamente an Bord gebracht worden. Die Polizei bezeichnete die Atmosphäre in dem Flugzeug als "ruhig." Die britischen Behörden hätten das Ziel, die Geiselnahme zu einem friedlichen Ende zu führen, sagte ein Sprecher. Der stellvertretende Leiter der Polizeiaktion, Charles Clark, sagte, die Sicherheit der Geiseln habe oberste Priorität.

Das Flugzeug steht abseits vom Terminal. Es ist von bewaffneten Polizisten umstellt. "Es ist nicht unsere Politik, ein einmal gelandetes Flugzeug wieder abfliegen zu lassen", sagte der stellvertretende Polizeichef von Essex, John Broughton.

Die Maschine der Afghan Ariana war am frühen Montagmorgen nach einem Irrflug über Usbekistan, Kasachstan und Russland in Stansted gelandet. Bei den Zwischenstopps kamen insgesamt 23 Geiseln frei.