Flugzeugkatastrophe Suche nach den Leichen
Überlingen - "Wir hoffen im Verlauf des Tages einen Großteil der Leichen zu finden", sagte ein Polizeisprecher in Friedrichshafen. In der Nacht zum Mittwoch wurden zwei weitere Opfer geborgen. Damit erhöht sich die Zahl der entdeckten Leichen auf 28. An der Untersuchung des Unglücks wollen sich neben BKA und Luftfahrt-Bundesamt am Mittwoch auch russische Fachleute beteiligen.
71 Menschen, darunter 52 Kinder und Jugendliche, hatten durch den Zusammenstoß eines russischen Passagierflugzeugs mit einem Frachtflugzeug des Dienstes DHL am Montag kurz vor Mitternacht ihr Leben verloren. Am Boden wurde niemand durch die auf die Erde stürzenden Wrackteile verletzt.
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Nach dem Flugschreiber der russischen Tupolew-154 war in dem Absturzgebiet am nordwestlichen Bodenseeufer am Dienstagabend auch einer der beiden Stimm-Rekorder gefunden worden, mit dem die Gespräche im Cockpit aufgezeichnet werden. Nach Angaben der Einsatzleitung ist noch unklar, ob es sich um den Rekorder aus der russischen Maschine oder aus der Boeing 757 handelt. Die Polizei vermutet, dass sich die beiden Geräte der Boeing noch im Cockpit befinden, das sich Meter tief in einem Wald in den Boden gegraben hat. Am Mittwochmorgen wurde auch der Flugschreiber der Boeing-757-Frachtmaschine gefunden.
Die russische Maschine war auf dem Weg von Moskau nach Barcelona mit dem aus Bahrein kommenden Frachtflugzeug des Paketdienstes DHL in mehr als 11.000 Meter Höhe zusammengestoßen. Grund war nach Angaben der zuständigen Schweizer Flugsicherung Skyguide die zeitgleiche Verringerung der Flughöhe beider Jets. Zwischen der Warnung des Zürcher Fluglotsen an den russischen Piloten und dem Zusammenprall habe etwa eine Minute gelegen.
Bis Dienstagabend konnten 26 der 71 Leichen geborgen werden. Die Wrackteile sind in einem Umkreis von 25 Kilometern verstreut. 1300 Polizisten, Rettungskräfte und ehrenamtliche Helfer waren im Einsatz.
In einem ökumenischen Gottesdienst im Münster von Überlingen gedachte am Dienstagabend die Bevölkerung der Opfer der Flugkatastrophe. "Wir sind tief erschüttert. Noch schlimmer trifft es aber die Angehörigen der Opfer. Unsere Anteilnahme und unser Mitgefühl gehört ihnen", sagte der katholische Münsterpfarrer Hansjörg Weber. Die Angehörigen der Opfer werden am Donnerstag am Bodensee erwartet.