Flutgebiete: Viele Touristen wollen bleiben - DER SPIEGEL
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Flutgebiete Viele Touristen wollen bleiben

Der Tourismuskonzern Thomas Cook will bis Morgenabend alle deutschen Urlauber aus Sri Lanka und dem thailändischen Phuket ausfliegen. Am Flughafen von Colombo warteten derzeit noch Hunderte Touristen auf Rückflugmöglichkeiten. Viele Reisende wollen aber bleiben, um nach ihren Angehörigen zu suchen.
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Oberursel - "Unsere Kapazitäten sind ausreichend, wir müssen niemanden stehen lassen", sagte ein Thomas-Cook-Sprecher in Oberursel. Die Sonderflüge der Flugtochter Condor seien auf die Zahl der Passagiere abgestimmt. Offenbar wollen aber längst nicht alle Touristen in die Heimat zurück: "Die Deutschen stehen nicht Schlange, um die Flugzeuge aus Deutschland zu stürmen und mitzukommen", sagte der Sprecher.

In den betroffenen thailändischen Gegenden seien von den etwa 800 TUI-Reisenden "nahezu alle" ausgeflogen worden, hieß es bei Reisegesellschaft. "Spätestens am Donnerstag werden die letzten Leute aus den Küstenorten zurückfliegen", sagte TUI-Sprecherin Stefanie Rother. Doch selbst im besonders stark verwüsteten Phuket und im zerstörten Khao Lak hätten einzelne Gäste das Rückreiseangebot ausgeschlagen. "Möglicherweise wollen diese Menschen ihre vermissten Angehörigen finden oder identifizieren oder bei den Rettungsarbeiten helfen", vermutete die Sprecherin.

Auf den Malediven setze die große Mehrheit der Gäste trotz der Katastrophe ihren Urlaub fort. Thomas-Cook-Sprecher Ansgar Schubert bleiben 98 Prozent der nicht direkt betroffenen Cook-Urlauber auf den Malediven. "Von rund 90 touristisch genutzten Inseln sind 60 völlig intakt, dort ist nichts geschehen", sagte Schubert. Auf den Malediven seien etwa 30 Prozent der Hotels von der Flutwelle beschädigt worden, auf Sri Lanka und im thailändischen Phuket etwa 50 Prozent. Deshalb habe sein Unternehmen bis auf weiteres alle Urlaubsangebote für Phuket aus dem Programm genommen, nicht jedoch für die übrigen Ziele in Süd- und Südostasien.

Bei Thomas Cook hatten etwa 4000 Touristen Urlaub in den jeweiligen Ländern gebucht, 2500 bis 3000 von ihnen in den betroffen Gebieten. Davon seien gestern bereits 1000 nach Deutschland gebracht worden, weitere 1000 sollten heute folgen, sagte der Sprecher.

Für Reisen in das einstige Urlaubsparadies haben viele Veranstalter die Stornierungs- und Umbuchungsfristen verlängert. Einige Urlaubsziele wurden für die nächste Zeit ganz aus den Programmen der Veranstalter genommen: TUI, Thomas Cook, Rewe Touristik und FTI bringen bis zum 16. Januar keine Urlauber nach Phuket. Dertour und Meier's Weltreisen haben sogar bis zum 31. Oktober alle Reisen ins thailändische Khao Lak abgesagt. Die TUI hat Sri-Lanka-Touren bis zum 16. Januar und Malediven-Reisen bis zum Jahresende abgesagt.