Fluthilfe Indonesisches Ultimatum verärgert US-Regierung
Banda Aceh - "Drei Monate sind genug, aber je eher sie gehen, desto besser", hatte der indonesische Vizepräsident Kalla nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Antara gesagt. Auf lange Sicht brauche man keine fremden Soldaten im Land. Schon zuvor hatten die indonesischen Behörden die Bewegungsfreiheit der internationalen Hilfsorganisationen in der Unruheprovinz Aceh eingeschränkt. Dort kämpft das Militär gegen Separatisten.
"Wir wüssten gerne genauer von Indonesien, was das bedeuten soll", sagte US-Regierungssprecher Scott McClellan in Washington. Man hoffe, dass die Regierung in Jakarta und die Militärführung des von der Katastrophe heimgesuchten Landes die internationalen Hilfsanstrengungen weiter unterstützen werde.
In Indonesien, der größten muslimischen Nation der Welt, ist die Anwesenheit nicht-muslimischer Soldaten ein sensibles Thema. Auch Nationalisten zeigten sich in Aceh wütend über den zum Teil militärischen Charakter der Hilfsmaßnahmen. Die US-Truppen dürfen nur unbewaffnet an Land. Der Plan, von einem Basislager an der Küste die Wiederaufbauarbeiten in Angriff zu nehmen, waren von der indonesischen Regierung abgelehnt worden.
Viele Indonesier befürworten dagegen die internationale Hilfe auch durch Soldaten. In einem Leitartikel lobte Acehs einzige Zeitung, die "Serambi Indonesia", den humanitären Einsatz der Truppen: "Die Anwesenheit ausländischer Parteien beruht allein auf dem Geist der Solidarität." Das Ziel sei es, Leben zu retten. "Sie arbeiten Nacht und Tag. Sie durchwühlen den stinkenden Schlamm. Sie gehen große Risiken während dieser humanitären Mission ein." Dieses Engagement solle gewürdigt werden, forderte die Zeitung. "Wir sollten nicht misstrauisch sein. Wir sind nicht in der Lage, die Dinge zu tun, die sie für uns tun."