Flutkatastrophe Erste Cholera-Fälle in Mosambik
Johannesburg - Die Truppen gehörten zu einer in Deutschland stationierten Einheit, die eigentlich zu einem Übungseinsatz nach Kamerun fliegen sollte. Das meldete der Fernsehsender CNN am Mittwochabend unter Berufung auf das Pentagon.
Großbritannien will ebenfalls vier Hubschrauber des Typs Puma nach Mosambik entsenden. Wie Verteidigungsminister Geoff Hoon am späten Abend in London mitteilte, sollen die Hubschrauber der Luftwaffe am Donnerstag in das Katastrophengebiet geflogen werden und spätestens am Wochenende einsatzbereit sein.
Die Europäische Union stellte drei Millionen Euro (rund 5,85 Millionen Mark) bereit. Der für Entwicklung und humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissar Poul Nielson fliegt heute (Donnerstag) nach Maputo, um sich vor Ort ein Bild von der Katastrophe zu machen.
Helikopter fliegen pausenlos Rettungseinsätze, doch reicht die Zahl der Hubschrauber nach Angaben der Hilfsorganisationen bei weitem nicht aus, da immer noch tausende verzweifelt um ihr Leben kämpfen. Afrikanische Hilfsorganisationen warfen den westlichen Ländern vor, nicht genug für Mosambik zu tun. Sieben südafrikanische Hubschrauber haben seit Sonntag mehr als 8000 Kinder, Frauen und Männer von Dächern und Bäumen gerettet. Außerdem werfen sie Lebensmittel und Wasser in Behältern ab. Doch die Besatzungen sind erschöpft.
Die Bundesregierung will heute entscheiden, ob eigene Hubschrauber eingesetzt werden. Es fehlen Lufttransportkapazitäten, die auf dem Markt gekauft werden müssten, entweder in Russland oder der Ukraine.
Am Mittwoch war bekannt geworden, dass das französische Kriegsschiff "Jeanne d'Arc", das sechs Hubschrauber an Bord hat, nach einem Besuch in Kapstadt Kurs auf die gegenüber Mosambik gelegenen Insel Madagaskar genommen hat. Eine Beteiligung an Rettungsmaßnahmen sei nicht vorgesehen, sagte ein Sprecher des französischen Verteidigungsministeriums.
Allein in der Provinz Inhambane nordöstlich von Maputo warteten noch rund 15.000 Menschen auf Rettung aus der Luft. In der Provinz Gaza sind nach Angaben der Behörden ungefähr 300.000 Hektar Land überflutet.
Inzwischen wurden in dem Katastrophen-Gebiet die ersten Cholera- Fälle gemeldet. Es wird befürchtet, dass bald auch Malaria und Typhus auftreten könnten. In Maputo sind zwei Zentren zur Bekämpfung von Cholera eingerichtet worden. Eine Million Menschen sind entweder obdachlos geworden oder auf der Flucht vor den Fluten. Es wird befürchtet, dass bei den Überschwemmungen Tausende von Menschen ums Leben gekommen sein könnten.
In der Stadt Xai-Xai an der Mündung des Limpopo bereiteten sich die 130.000 Einwohner auf eine neue Hochwasser-Welle vor. Ein Teil der Stadt ist bereits von der Außenwelt abgeschnitten. Seit zwei Tagen gibt es keine Elektrizität und auch kein Trinkwasser mehr.
Mosambiks Präsident Joaquim Chissano, das Welternährungsprogramm (WFP) und andere Hilfsorganisationen wie die Welthungerhilfe haben dringende Hilfsappelle an die internationale Gemeinschaft gerichtet.
Spendenkonten haben eingerichtet:
Unicef - Stichwort: Mosambik, Kontonummer 300 000, Deutsche Bank
Köln, BLZ 370 700 60
Medico international - Stichwort: Mosambik, Kontonummer 1800,
Stadtsparkasse Frankfurt, BLZ: 500 502 01.