Flutkatastrophe Gefahr von Seuchen steigt
Rom - Augenzeugen berichten von Verwesungsgeruch, der bereits über den überfluteten Gebieten liege. "Durch die Flutwellen wurde das Trinkwasser verschmutzt und die Lebensmittelversorgung wird nicht ausreichen", erklärte die Leiterin von Oxfam, Jasmine Whitbread. Mehr als 13.000 Menschen starben bis heute in den acht betroffenen Ländern von Bangladesch bis Thailand. Es werde in den kommenden Tagen viele weitere Opfer geben, sollte nicht sofort mit Hilfsmaßnahmen auf die Katastrophe reagiert werden, sagte Whitbread.
Die Vereinten Nationen sagten Geld für die notwendigen Maßnahmem zu, darunter Medikamente, Sanitätseinrichtungen, Zelte sowie Hubschrauber, um die Menschen aus den Überschwemmungsgebieten zu bergen. "Das ist nur der erste Schritt für ein monatelanges Engagement", erklärte der Uno-Koordinator für Katastrophenhilfe, Jan Egeland.
Nach einer ersten Schätzung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) ist in den kommenden Monaten mindestens 4,9 Millionen Euro Spendengeld notwendig, um die Hilfe zu gewährleisten. Die Deutsche Regierung stellte noch am Sonntag eine Million Euro für die betroffenen Regionen bereit. Die in der "Aktion Deutschland Hilft" zusammengeschlossenen zehn deutschen Hilfsorganisationen erklärten, erste Soforthilfsmaßnahmen seien schon eingeleitet.
"World Vision, der Arbeiter-Samariter-Bund, und Care versorgen in Sri Lanka und Indien zurzeit bereits mehrere hunderttausend betroffene Menschen mit Nahrungsmitteln, Schlafmatten, Erste-Hilfe-Boxen und Hygiene-Artikeln", heißt es in einer Erklärung.
Heute stellte unter anderem der australische Außenminister Alexander Downer 10 Millionen Australische Dollar (5,69 Millionen Euro) in Aussicht. "Es hat in dieser Region seit 40 Jahren kein derartiges Beben und keine derartige Flutwelle gegeben", sagte er im Radio. Japan schickte ein 21-köpfiges Expertenteam nach Sri Lanka.
Die chinesische Regierung bereitete die Entsendung von 40 Rettungskräften nach Indonesien vor, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.
Nur Stunden nach den ersten Nachrichten über die Flutwelle hatte am Sonntag Papst Johannes Paul II. zu Spenden aufgerufen. "Lasst uns für die Opfer dieser gewaltigen Tragödie beten und alle, die leiden müssen, unserer Solidarität versichern", sagte der Papst, der vom Fenster seines Arbeitszimmers aus zu zahlreichen Gläubigen auf dem Petersplatz sprach. "Wir hoffen, dass die internationale Gemeinschaft handelt, um der leidenden Bevölkerung Erleichterung zu verschaffen."