Flutkatastrophe Krisenstab sucht nach vermissten Kindern
Alexandria - Langsam, so scheint es, kehrt Ruhe ein in das Katastrophengebiet. Ab heute dürfen Bewohner in drei Vororte der überschwemmten Südstaaten-Metropole New Orleans zurückkehren, das Wasser wird aus der Stadt abgepumpt, die Katastrophenschutzbehörde Fema errichtet für die Flüchtlinge provisorische Wohnwagen-Siedlungen.
Doch auch wenn sich das Chaos der vergangenen Wochen lichtet - eine Sorge bleibt: Mehr als zwei Wochen nach dem Durchzug von Hurrikan "Katrina" suchen die Behörden noch immer nach 2000 Kindern, die bei der Evakuierung der überfluteten Orte von ihren Familien getrennt wurden.
Das gemeinnützige Zentrum für vermisste und missbrauchte Kinder richtete auf Bitten des US-Justizministeriums einen Krisenstab ein, um bei der Suche zu helfen. Bei den 50 freiwilligen Mitarbeitern des Zentrums handele es sich um pensionierte Polizisten aus allen Teilen der USA, sagte eine Sprecherin. Seit Beginn der Arbeit habe man bereits 466 Kinder gefunden, so Alicia Zumbrum weiter.
Laut Koordinator Pat Farrell beteiligen sich an der Suche alle Organisationen, die möglicherweise etwas über den Aufenthalt der kleinen Vermissten wissen könnten. Neben dem Roten Kreuz sind auch die Auffanglager, die Polizei und unzählige Helfer an der Suche beteiligt.
Alle Informationen zu den vermissten Kindern werden auf der Internetseite des Zentrums veröffentlicht. Die Seite werde täglich zehn bis 20-millionen Mal angeklickt, sagte die Sprecherin weiter. Unter der kostenlosen Rufnummer des Krisenstabs seien bisher 14.000 Anrufe eingegangen. Der Umfang der Suche sei einmalig in der Geschichte der USA, sagte der frühere Polizeichef Farrell.