Flutkatastrophe Mehr als 1100 Tote in Indien
Neu Delhi/Dhaka - "Kinder sind am meisten gefährdet", sagte ein zuständiger indischer Beamter. Die Magen-Darm-Erkrankungen würden durch Wasser übertragen, das durch Leichen und Tierkadaver verseucht ist, berichteten die indischen Medien am Dienstag. Durch die schlimmste Flut in drei Jahrzehnten kamen in den indischen Bundesstaaten Bihar und West Bengalen mehr als 1100 Menschen ums Leben. Das berichtete die indische Presseagentur Uni. Von den 15 Millionen Menschen, die von den Fluten eingeschlossen oder obdachlos wurden, evakuierte die Armee fünf Millionen Menschen. Sauberes Trinkwasser ist aber im gesamten Flutgebiet Mangelware.
Heftige Regenfälle am Ende des Monsuns in Indien hatten in der vergangenen Woche den Ganges und seine Nebenflüsse rasch ansteigen lassen. Die indischen Behörden gaben Fehler zu, durch die die Folgen der Flut verschlimmert wurden. Warnungen der Meteorologen seien nicht ernst genommen worden. Außerdem seien Flussbetten und Stauseen nicht freigebaggert worden, nachdem sich dort in den vergangenen Jahren Schlammmassen abgelagert hatten. Dadurch trat das Wasser nach den heftigen Regenfällen sofort über Ufer und Dämme.
Im benachbarten Bangladesch stieg die Zahl der Toten durch die Überschwemmungen auf 28. Dort kam die Flutwelle erst in dieser Woche an. Mehr als 400.000 Menschen wurden dort obdachlos. In Vietnam wurden nach offiziellen Angaben 131 Menschen in den Wassermassen getötet, dort belaufen sich die Schäden nach Angaben vom Dienstag auf eine Summe von mindestens 70 Millionen Dollar.