Flutkatastrophe: Schweden beweint seine Toten - DER SPIEGEL
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Flutkatastrophe Schweden beweint seine Toten

Die Vereinten Nationen haben die Zahl der befürchteten Todesopfer bei der Flutkatastrophe in Südostasien noch einmal nach oben korrigiert. Mehr als 200.000 Menschen wurden nach neuesten Schätzungen durch das verheerende Seebeben getötet. In Schweden kamen die ersten Särge mit Leichen von Touristen an.
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Stockholm/Neu Delhi - Am frühen Morgen landete eine Luftwaffenmaschine mit sechs Särgen an Bord in Stockholm. Soldaten hoben die mit schwedischen Flaggen bedeckten Särge aus dem Flugzeug und trugen sie zu bereitstehenden Leichenwagen. An der Zeremonie nahmen neben den Angehörigen der Toten auch König Carl XVI. Gustaf, Königin Silvia und Kronprinzessin Victoria teil. Erzbischof Karl Gustav Hammar sprach ein Gebet und richtete tröstende Worte an die Angehörigen.

Todesopfer nach Ländern*

Indonesien 98.489
Sri Lanka 30.680
Indien 15.782
Thailand 5291
Somalia 298
Birma 90
Malediven 82
Malaysia 74
Deutschland 60
Schweden 52
Großbritannien 41
USA 35
Japan 23
Schweiz 23
Frankreich 22
Italien 20
Norwegen 16
Australien 17
Finnland 15
Südkorea 11
Tansania 10
Österreich 10
Russland 10
Südafrika 10
Singapur 9
Hongkong 8
Dänemark 7
Niederlande 7
Belgien 6
Kanada 5
Polen 5
Israel 4
China 3
Taiwan 3
Bangladesch 2
Brasilien 2
Argentinien 2
Neuseeland 2
Mexiko 2
Kenia 1
Kroatien 1
Irland 1
Tschechien 1
Chile 1
Kolumbien 1
Türkei 1
*amtliche Angaben

Die Behörden haben bislang den Tod von 52 Schweden bestätigt. Mehr als 1900 schwedische Staatsbürger werden in der Katastrophenregion jedoch noch vermisst. Ministerpräsident Göran Persson sagte, die Zahl der schwedischen Todesopfer werde sich möglicherweise auf über 1000 erhöhen.

Nach Uno-Schätzungen kamen in Asien mehr als 200.000 Menschen ums Leben. Vor allem im Norden Sumatras sei die Lage unübersehbar, berichtete der Koordinator für humanitäre Hilfe, Jan Egeland. Von der Katastrophe seien insgesamt auch rund 1,5 Millionen Kinder betroffen. In den noch immer von Hilfe abgeschnittenen Dörfern entlang der Westküste Sumatras warteten Tausende Kinder auf medinzinische Versorgung, Trinkwasser und Nahrung. Das Uno-Kinderhilfswerk Unicef rief die Teilnehmer der am Donnerstag in Jakarta beginnenden Geberkonferenz dazu auf, die Not- und Wiederaufbauhilfe für die Kinder in Südasien in den Mittelpunkt zu stellen.

Nach dem anfänglichen Schock durch die Katastrophe kämpfen die Überlebenden nun mit dem Trauma des Erlebten. Viele würden unter Schuldgefühlen, Schlafstörungen, Mattigkeit, Nervosität und Wutausbrüchen leiden, berichtete die indische Zeitung "Hindustan Times". In vielen betroffenen Gebieten gebe es einen großen Bedarf an Medikamenten gegen Depressionen und Stress.

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