Flutkatastrophe: Tausende Albaner fliehen vor Wassermassen - DER SPIEGEL
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Flutkatastrophe Tausende Albaner fliehen vor Wassermassen

Rund 10.000 Menschen auf der Flucht, Tausende Hektar Ackerland überflutet, der Ausnahmezustand ausgerufen: Schwere Überschwemmungen haben große Teile Albaniens ins Chaos gestürzt. Jetzt hat die Regierung die Nato um Hilfe gebeten. Auch Bosnien kämpft gegen die Wassermassen.
Nach schweren Regenfällen: Überschwemmungen in Albanien
Nach schweren Regenfällen: Überschwemmungen in Albanien

Nach schweren Regenfällen: Überschwemmungen in Albanien

Foto: Hektor Pustina/ AP
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Shkodra - Schwere Überschwemmungen haben in Albanien mehr als 9000 Menschen zum Verlassen ihrer Häuser gezwungen. Nach Angaben des Zivilschutzes vom Samstag wurden im Norden des Landes 7150 Häuser beschädigt. Rund 14.000 Hektar Ackerland stünden unter Wasser, sagte ein Sprecher der Behörde.

In der Region Shkodra, rund 120 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Tirana, seien mehrere Dörfer von der Außenwelt völlig abgeschnitten. Polizei und Armee beteiligten sich mit rund 1500 Mann an den Evakuierungen und Hilfsmaßnahmen.

In vielen Dörfer harrten die Menschen laut Polizei trotz Warnungen in ihren vom Wasser bedrohten Häusern aus. Präsident Bamir Topi nannte die Lage "sehr schwierig". Er habe die Nato um Hilfe dabei gebeten, Menschen zu retten und Hilfsgüter in den überfluteten Regionen zu verteilen. Albaniens Regierung rief zudem den Ausnahmezustand für die betroffenen Regionen aus.

Auch in Bosnien haben die Behörden alle verfügbaren Hilfskräfte zur Evakuierung überfluteter Gebiete herangezogen. Soldaten, Polizisten und Freiwillige und Taucher holten in der Stadt Bijeljina im Nordosten des Landes rund 2.000 Menschen mit Booten aus ihren Häusern, teilten die Behörden am Samstag mit. Wer nicht fliehen konnte, wurde per Boot mit Nahrung und Trinkwasser versorgt. In weiten Teilen der Stadt ist die Strom- und Trinkwasserversorgung ebenso zusammengebrochen wie die Telefonnetze.

Nach heftigen Regenfällen sind in den vergangenen drei Tagen etliche Flüsse in Bosnienüber ihre Ufer getreten. Der größte Schaden wurde bislang durch den übergetretenen Grenzfluss Drina, der Bosnien von Serbien und Montenegro trennt, angerichtet. In allen drei Anrainerstaaten mussten Tausende Menschen ihre Häuser verlassen.

otr/AFP/dapd

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