Fotostrecke Der Marathonmann Gottes
Papst Johannes Paul II.: Der Marathonmann Gottes
Papst Johannes Paul II.: Der Marathonmann Gottes
Johannes Paul II. bei seinem ersten Auftritt nach der Papst-Wahl am 16. Oktober 1978: Angeblich stimmten 97 von 111 Kardinälen für den Mann aus Polen
Karol Wojtyla war seit einem halben Jahrtausend der erste Papst, der nicht aus Italien stammte. Sechs Tage nach der Wahl, am 22.10.1978, trat Johannes Paul II. mit der feierlichen "Messe zum Beginn des Obersten Hirtenamtes" sein Amt an
Johannes Paul II. gewann auch durch seine zahlreichen Reisen breite Popularität. Extra für ihn wurde ein gläsernes Auto gebaut - das "Papamobil" - in dem der Papst weithin sichtbar und gleichzeitig geschützt durch die Menschenmengen gefahren wurde. Bei einem Besuch in Deutschland wurde er im November 1980 vom Mainzer Kardinal Volk begleitet
Am 13.05.1981 verübte der türkische Rechtsextremist Mehmet Ali Agca ein Attentat auf den Papst. Dem Täter, der aus der Menschenmenge vor dem Petersdom in Rom gefeuert hatte, gelangen mehrere Schüsse
Nach dem Anschlag sackte der Papst zusammen, mehrere Kugeln hatten ihn getroffen. Die Hintergründe des Anschlags konnten bis heute nicht komplett geklärt werden. Ein ehemaliger Komplize des Schützen hatte behauptet, die Drahtzieher des Attentats säßen im Vatikan. Erst nach Monaten hatte sich Johannes Paul II. erholt
Jedes Jahr kommen Zehntausende Gläubige an Ostern nach Rom, um den traditionellen Segen Urbi et Orbi (Der Stadt und dem Erdkreis) zu empfangen. Das Foto zeigt den Papst im April 1996
Während seines Deutschlandbesuchs im Juni 1996 wendete sich der Papst per Fernsehansprache an das deutsche Volk: Dabei räumte er eine Mitschuld Roms an der Kirchenspaltung ein, vermied aber die Rücknahme der Exkommunikation Martin Luthers
Auch Mittelamerika stand mehrmals auf dem umfangreichen Reiseprogramm des Papstes. Johannes Paul II., gab sich bei einem Besuch in Mexiko mit einem Sombrero volksnah
Bei einem Besuch in einer römischen Schule kamen sich der Papst und ein kleines Mädchen 1996 näher, als dies gemeinhin üblich war. Johannes Paul II. gab der Kleinen einen Kuss, doch das Mädchen wollte mehr: seine Kappe
Am 19.12.1996 empfing Papst Johannes Paul II. im Vatikan den PLO-Führer Jassir Arafat in einer Privataudienz. Die beiden Persönlichkeiten hatten sich seit 1982 fünfmal getroffen
Trotz seiner Beliebtheit war Papst Johannes Paul II. nicht unumstritten: Von progressiven Theologen wurde seine harte Haltung in Fragen des Zölibats, des Priesteramtes für Laien und einer stärkeren Beteiligung der Frauen am kirchlichen Leben als Rückschlag und Enttäuschung empfunden
Der Papst mit Mutter Theresa im Frühjahr 1997, bei einem Treffen vier Monate vor ihrem Tod. Für die Seligsprechung des "Engel der Armen" setzte Johannes Paul II. eigens die gültige Regelung außer Kraft: Sie soll schneller als üblich selig - und voraussichtlich auch heilig - gesprochen werden, weil sie ein Wunder bewirkt habe. Eine Frau soll von einem Eierstock-Tumor geheilt worden sein, nachdem man ein Bildnis der Ordensfrau auf ihren Unterleib gelegt hatte, heißt es
Im Revolutionspalast von Havanna traf sich der Papst im Januar 1998 mit dem kubanischen Staatspräsidenten Fidel Castro. "Möge Kuba sich der Welt öffnen und die Welt sich öffnen für Kuba," sagte Johannes Paul II. gleich nach seiner Ankunft
In Italien sorgte die Forderung des Papstes nach einem völligen Verbot von Abtreibung für heftige Kritik von Seiten der Regierung und der Medien. Die Haltung des Vatikans, auch Abtreibungen bei vergewaltigten Frauen zu verurteilen und die "Pille danach" als Notfall-Verhütungsmittel bei Vergewaltigungsopfern abzulehnen, wurde im April 1999 sogar von der Uno kritisiert
Der Papst mit Bill Clinton im Januar 1999 in St. Louis - kurz bevor das Amtsenthebungsverfahren gegen den damaligen US-Präsidenten scheiterte. Seine politischen Gegner hatten die Sex-Affäre genutzt, um Clinton wegen angeblichen Meineides und Behinderung der Justiz aus dem Weißen Haus zu klagen.
1999 wurde der Papst modern: Auf einer von Radio Vatikan produzierten CD sang und sprach Johannes Paul II. in fünf Sprachen
In den letzten Jahren hatte der Papst immer wieder gesundheitliche Probleme: 1992 wurde ihm ein Darmtumor entfernt, 1993 brach er sich bei einem Sturz ein Schulterblatt. 1994 erlitt eine komplizierte Oberschenkelhalsfraktur. Im Dezember 1995 musste er wegen eines Schwächeanfalls den traditionellen Weihnachtssegen abbrechen, 1996 unterzog er sich einer Blinddarmoperation. Zudem litt der Papst an Parkinson
Der Papst mit dem orthodoxen Kirchenoberhaupt Teoctist in Bukarest im Mai 1999: Es war der erste Besuch des Papstes in einem mehrheitlich orthoxen Land
Zur Betrachtung der totalen Sonnenfinsternis am 11. August 1999 ließ sich der Papst ein getöntes Schauscheibchen reichen, das allerdings verdächtig einem jener rußgeschwärzten Do-it-yourself-Gläser ähnelte, vor denen Augenärzte eindringlich gewarnt hatten
Bei einer Messe unter freiem Himmel sprach Johannes Paul II. den ehemaligen slowenischen Bischof Anton Martin Slomsek (1800-1862) selig. Mit Blick auf das Verhältnis zwischen Muslimen und Christen auf dem Balkan forderte er eindringlich auch religiöse Toleranz
Nur selten passierte es, dass der Papst nicht ganz korrekt gekleidet war: Durch eine Windböe wirbelte im November 1999 der Mantel des katholischen Kirchenoberhaupts hoch
An der Klagemauer in Jerusalem bat Johannes Paul II. am 26.5.2000 um Vergebung für Judenverfolgungen von Christen. Vertraute des Papstes meinten, dies sei der Höhepunkt seines Pontifikats gewesen
Mit einer prächtigen Messe wurde im Mai 2000 auf dem Petersplatz in Rom der 80. Geburtstag des Papstes gefeiert. Bei strahlendem Sonnenschein nahmen etwa 4000 Priester, Hunderte von Kardinälen und Bischöfen sowie Zehntausende von Gläubigen teil. Der Papst wirkte bei der Zeremonie erschöpft
Vor allem die US-Kirche wurde in der letzten Zeit durch Klagen wegen sexuellen Missbrauchs erschüttert. Der Vatikan hatte in einem Kirchen-Dokument von 1962 offiziell angeordnet, Fälle sexuellen Missbrauchs durch Priester nicht der Öffentlichkeit mitzuteilen. Das Schreiben trage das Siegel des damaligen Papstes Johannes XXIII., hatten britische Medien berichtet. Johannes Paul II. wollte dazu keine Stellungnahme abgeben
Während seiner Audienz am 27. August 2003 erinnerte der Papst an den 25. Jahrestag der Wahl seines Vorgängers. Johannes Paul I. starb nach nur 33 Tagen im Amt
Bei einem Besuch in der Slowakei erlitt der Papst Ende September 2003 einen Schwächeanfall. Der 83-Jährige konnte seine Rede erst nach minutenlanger Pause fortsetzen
Aufgrund seiner angeschlagenen Gesundheit hatte Johannes Paul II. während der Slowakei-Reise nur ein eingeschränktes Programm absolviert. In der Öffentlichkeit zeigt er sich ab jetzt nur noch in seinem Rollstuhl
Millionen Menschen in aller Welt verfolgen die feierliche Zeremonie zu seinem 25.jährigen Amtsjubiläum im Oktober 2003. Der Papst kann während der eine Woche andauernden Feierlichkeiten seine Schwäche nicht verbergen
George W. Bush bei einer Papst-Audienz im Juni 2004: Die Haltung des Pontifex zum Irak-Krieg war eindeutig. Keinen Krieg, forderte das Kirchenoberhaupt - und wurde so vor allem bei der Jugend zum Symbol der Friedensbewegung
Im Februar 2005 erkrankt der Papst an Grippe. Er muss in die Gemelli-Klinik in Rom gebracht werden, da er wegen einer akuten Kehlkopfentzündung zu ersticken drohte
Nach einem neuerlichen Krankenhausaufenthalt und einem Luftröhrenschnitt kehrt der Papst in den Vatikan zurück. An Ostern zeigt er sich den auf dem Petersplatz wartenden Gläubigen. Den Segen Orbi et Orbi kann er nicht erteilen. Seine Stimme versagt
Der letzte öffentliche Auftritt: Gegen den Rat seiner Ärzte lässt sich der Papst im Rollstuhl ans Fenster seiner Privatwohnung fahren. Als er zu den Gläubigen sprechen will, versagt erneut seine Stimme. Johannes Paul II. windet sich in Schmerzen. Viele der Gläubigen weinen und beten für den schwer Kranken