Frankreich: Bürgermeister verbietet das Sterben - DER SPIEGEL
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Frankreich Bürgermeister verbietet das Sterben

Gil Bernardi hat ein Problem: Als Bürgermeister des kleinen Küstenortes Le Lavandou weiß er nicht mehr, wohin mit den Toten der Gemeinde. Der Friedhof ist voll, ein neuer nicht genehmigt. Doch Bernardi hatte eine bestechend einfache Idee.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Le Lavandou - Es begann damit, dass ein Gericht die Anlage eines neuen Friedhofs nahe am Strand untersagte. Nachdem in dem bisherigen Friedhof jedoch beim besten Willen keine Ruhestätte mehr zu finden war, musste sich der Bürgermeister etwas anderes einfallen lassen. Bernardi verbot seinen Mitbürgern kurzerhand zu sterben. Bisher hätten sich die Bürger auch weit gehend an seine Anordnung gehalten, sagte Bernardi am Mittwoch. Sorge mache ihm nur die Bestattung eines Obdachlosen, der sich kürzlich trotz Verbots erlaubt hatte, in der kleinen Ortschaft westlich von Saint Tropez das Zeitliche zu segnen.

Gegen den Beschluss des Gerichts habe er Berufung eingelegt, sagte Bernardi. Wenn der Amtsschimmel halbwegs flott geht, darf in Le Lavandou wohl auch wieder gestorben werden.

Die Menschen in seiner Gemeinde hingen an ihrer Tradition, erklärte Bernardi. Jedem sein Stückchen Land für die ewige Ruhe, "und kein unpersönliches Loch".